00:00:00: Kapitel zweiundneunzig.
00:00:02: Gespräch, zweier Unruhegeister.
00:00:06: Sag mal, sie checken's nicht oder?
00:00:09: Näh... Sieht nicht so aus!
00:00:12: Mein Gott wir werden nie wissen wer zu dir oder wer zu mir gehört.
00:00:17: Oh ich denke Wir Wissen es
00:00:20: Echt?!
00:00:22: Aber wie jetzt?
00:00:24: Sag mal du bist echt nicht der hellste oder?
00:00:26: Na hör mal Aber sonst wüsstest du es doch, Du musst doch nur hinsehen.
00:00:33: Das mach ich doch!
00:00:35: Offenbar nicht genug.
00:00:37: Also du sprichst in Rätseln Bruder.
00:00:40: Na was hab' ich dir denn gerade erklärt?
00:00:44: Warte richtige Erinnerung stabile Verbindung und falsche Erinnerungen Bruchwerk Genau Und Wessen Lügen Konstrukt bricht hier andauernd in sich zusammen.
00:00:59: Ach so!
00:01:02: Ja, jetzt hast du es kapiert oder?
00:01:05: Jetzt habe ich's kapiert.
00:01:07: Klasse.
00:01:08: Dann können wir ja mal loslegen und sie ein bisschen unterstützen.
00:01:12: Klar, Wilma ist dein und Emi ist mein.
00:01:17: Na endlich... Also auf die Unruhe fertig, los!
00:01:30: Helmies letzte Frage hatte gesessen.
00:01:33: Wilma fand keine Antwort, die ihrer wütenden Wahrheit standhielt.
00:01:39: Denn wenn sie Emi war, besaß sie keine Magie und wenn sie Wilma war dann würde sie Friedolin nie so etwas antun.
00:01:50: Sie fühlte alles in sich bärsten So als würde ihr Körper in zwei Hälften gerissen.
00:01:57: Ein unerträglicher Schmerz.
00:02:01: War da dieses Bild von Friedolins Rückwand?
00:02:05: Wilma verzog ihr Gesicht und versuchte mit allerletzter Kraft etwas zu finden, dass sie diesem Riss entgegensetzen konnte.
00:02:16: Aber ihre einzige Antwort blieb ihre Wut – herrlich greifbar und deshalb so verlockend!
00:02:25: Ich denke es war der Zauber der Gerechtigkeit.
00:02:28: Versuchte sich die Wahrheit hinzubiegen doch schon sagte auch die Stange, auf die sie gefallen war unter ihr weg.
00:02:38: Verdammt!
00:02:39: kreischte sie.
00:02:40: Warum passiert das nur mir?
00:02:42: Fünfzig Meter tiefer blieb sie abermals hängen, keuchte und sah ein grellblitzendes Licht auf ihrer Nasenspitze.
00:02:53: Ich denke du musst mal hinter deine Wut schauen, sagte das Licht.
00:02:58: Da findest Du vielleicht Deine Antwort Helmi, die inzwischen zu ihr hinuntergeklettert war, wiederholte eindringlich.
00:03:08: Du bist Wilma!
00:03:12: Aber der wütende Teil in ihrer besten Freundin wollte noch immer nicht aufgeben.
00:03:17: Sie kochte und sie schäumte und wollte nicht hören schon gar nicht akzeptieren dass diese Mädchen ganz allmählich zu Wilma durchdrangen.
00:03:28: Sie konnte es fühlen das ihr dieser Körper entglitt.
00:03:33: Noch einmal bäumte sie sich mit aller Macht auf und brüllte gegen das an, was man ihr nehmen wollte.
00:03:41: Ich bin Amy!
00:03:44: Ich habe die Wolklinge gerecht.
00:03:45: ich habe werden spüren lassen Was wir fühlen mussten bis er gar nichts mehr fühlen konnte.
00:03:53: Werden ist tot.
00:03:56: Mit diesen letzten Worten löste sich um Sie herum einfach alles auf Alle Verästelungen, alle Verstrebungen.
00:04:05: Alles woran sich Wilmers Wut gehalten hatte wurde zu Luft.
00:04:10: Es gab nichts mehr woran sie sich klammern konnte und so viel Wilmer in das Rot der Tiefsee.
00:04:18: Kein Schrei?
00:04:19: Kein Platsch?
00:04:21: Einfach nur ein stilles Abtauchen In ihre Schatten.
00:04:28: Spürst du endlich dass diese Wut zehn Nummern zu eng für dich ist.
00:04:32: Sie erstickt dich.
00:04:34: Wilma öffnete ihre Augen und fühlte sich von einer Sekunde auf die andere besser, frei!
00:04:42: Zum ersten Mal seit Tagen drückte ihr nichts den Brustkorb zusammen.
00:04:48: Sie sah sich von tiefroter Masse umgeben – Bläschen blubberten hier und da Und sie suchte nach der Stimme, die zu ihr sprach.
00:04:57: Sie hatte so lang gegen alles und gegen jeden gekämpft, doch in diesem Moment ließ sie einfach los.
00:05:08: Wie eine warme Umarmung schloss ich die Tiefsee beruhigend, dunkel- und sicher um Sie – ein merkwürdig unwirklicher Zustand so unverhofft eingetreten und so wunderbar entspannend!
00:05:25: Will man Lies sich treiben?
00:05:28: So wie die Schatten Dachte sie, ich bin eine von ihnen.
00:05:36: Gibt es keine Erinnerung in dir die du dieser Wut entgegensetzen möchtest Wilmar Wanderwind?
00:05:44: Wilmar fand ihren Unruhe geist und sah ihn an.
00:05:48: Sie zog eine Augenbraue nach oben denn er kam ihr bekannt vor.
00:05:54: Hab' ich dich nicht schon mal gesehen fragte sie in Trance Als sich mit Helmi im Seil hing.
00:06:03: Dieser eine Satz ließ sie wie einen Korken nach oben schnellen.
00:06:08: Ohne dass Wilma wusste, wie ihr geschah war sie wieder raus aus der See – wieder über ihrer Oberfläche und der Unruhegeist schlug einen Puzzlebaum.
00:06:20: Jetzt hast du es!
00:06:21: Das waren richtig guter Gedanke!
00:06:24: Wilmar verstand nicht recht.
00:06:26: Sie blickte nach oben in die Verstrebungen und erkannte das sich einiges neu verbunden hatte.
00:06:34: Auch sah sie flüchtig, dass zwei Mädchen sprichwörtlich in den Seilen hingen.
00:06:40: Das gleißende Weiß brannte in ihren Augen, gequält verzog sie ihr Gesicht und wünschte sich zurück in die Dunkelheit – zurück in diesen wundervollen Zustand des Dahintrifftens!
00:06:54: Dass sie nicht sofort wusste, wie sie dorthin zurückfinden würde, machte sie wiederum ungehalten.
00:07:03: Emmys Wut schlug einmal mehr zu.
00:07:07: Was willst du von mir?
00:07:08: – schree sie dem unruhe Geist entgegen.
00:07:11: Mich aufhalten, werden retten!
00:07:14: Zu spät.
00:07:15: ich, Emmi habe ihn getötet.
00:07:20: Mit diesem Satz versankt sie erneut in Rot weil ihr diese Woge der Wut wieder ein Stück Wahrheit genommen hatte.
00:07:32: Der Unruhegeist verdrehte seine Augen, schnalzte mit der Zunge und tauchte Wilma hinterher.
00:07:38: »Du verstehst es nicht oder?« fragte er sie.
00:07:42: «Du wändest dich konsequent von der Wahrheit ab!».
00:07:46: Wilma legte ihren Kopf schief.
00:07:49: Die Stille der Tiefsee lullte sie erneut ein und schärfte ihren Blick.
00:07:55: Unter ihrer Oberfläche war nichts, dass sie ablenkte.
00:07:59: Und deshalb sah sie sich selbst In aller Klarheit, sie war Wilma Wanderwind und als solche schoss sie nun wieder aus der See hinaus.
00:08:11: In diesem Moment verstand sie auch warum sich die Schatten verhielten.
00:08:17: wie sie sich verhielten denn hier an der Oberfläche war der Zustand der inneren Unruhe am größten.
00:08:26: man wusste nicht wohin mit sich.
00:08:29: Wilmas Unruhrgeist machte ihr auf- und ab munter mit und hielt unter seinem Gewand einen Daumen hoch.
00:08:36: Nun war er es, der seinen Kopf schief legte wie um Wilma zu fragen ob sie es denn nun endlich verstanden hatte oder ob sie nochmal auf Tauchgang gehen wollte.
00:08:50: Wilma holte Luft und entschied sich für den Tauchgang weil sie spürte dass sie da unten besser denken konnte weil ihre Wut weniger laut.
00:09:02: Das ist gut, raunte der Unruhegeist.
00:09:05: Du tauchst freiwillig ab!
00:09:07: Genial!"
00:09:08: lobte er.
00:09:10: Wilmer und ihr Irrlicht schaute sich in der Tiefsee um – auch wenn da nichts war, konnte Wilmar doch etwas sehen.
00:09:19: Sehen weil ihr Unruhegeist plötzlich Licht in ihre Seele und in ihr Herz warf.
00:09:27: Der Schein hing direkt vor ihrer Brust auf der Tasche ihrer Lazose.
00:09:33: Instinktiv griff sie hinein und zog jenes gewellte rosa Papier hervor, auf dem sie vor gar nicht allzu langer Zeit eine Erinnerung an sich selbst hinterlassen hatte – die Erinnerungen an Moneo!
00:09:50: Die Erinnering an ihre Magie… die Erinnrung wer sie war ….
00:09:58: das hast du gut
00:09:59: gemacht."
00:10:00: flüsterte eine tiefe Stimme aus dem verschwommenen Bild, das sie in ihren Händen hielt.
00:10:07: Fast hatte Wilmer das Gefühl, dass sich das Maul des Wahls bewegte.
00:10:13: auch dachte sie Friedolins Stimme zu hören und nichts davon schien die Wut neu in ihr zu entfachen.
00:10:24: Wilmar entließ eine zentner schwere Last, die niemals zu ihr gehört hatte.
00:10:31: Wut, die sich in ihrem Magen zementierte und Tentageln durch ihre Adern schickte.
00:10:38: Wut ,die ihre Nervenbahnen infiltrierte bis kein Stück Wilmer mehr übrig geblieben war.
00:10:46: Nicht so lange sie sich nicht erinnerte.
00:10:51: Gedanken sind Macht, dachte Wilmer erneut .
00:10:56: Und endlich verstand sie Pimpsworte.
00:10:59: richtig!
00:11:00: Sie betrachtete das Bild in ihren Händen und ließ ihren Unruhegeist all die Details ausleuchten, mit denen sie Muneo gemalt hatte.
00:11:11: Das Bild war auf dem Papier verwaschen – aber in ihrer Erinnerung superklar!
00:11:30: versank sie in sich selbst und damit, in einer Wolke aus Erinnerungen.
00:11:37: Wilma sah sich und ihre Mutter vor ihrer Tapete sitzen und durch ihre Bilder in ihre Vergangenheit schauen.
00:11:46: Sie erkannte ihre Oma und deren wunderbare Plätzchen, lachte über Tinos in seinem von ihr verzierten Schlafanzug.
00:11:56: Wilmar sah Kalle und seine Ohrboten so wie sie ihn damals kennengelernt hatte.
00:12:02: Sie dachte an Beno und daran, wie sein Herz schlug wenn sie auf seinem Schoß einschlief.
00:12:09: Auch war da plötzlich ein Bild aus Ketchup das sie längst vergessen hatte.
00:12:16: Wimmer hüllt sich in all diese wunderbaren Erinnerungen die ihr ihre Familie und ihre Freunde im Schein des Feuers geschickt hatten Und zu diesen Erinnerung gehörte auch Helmi die nie von ihrer Seite wich, weil sie in ihr Herz schauen konnte und eventuelle Dämonen noch vor ihr entdeckte.
00:12:42: All diese Erinnerungen wurden dichter und klarer und Sie verbanden alles was Wilmer ausmachte zu einem Ganzen!
00:12:52: Sie gab ihrem Unruhegeist den Namen Elfi, auftauchte, als diese elf Jahre alt war.
00:13:04: Und jetzt, da sie die Dinge wieder richtig einordnete, war der Unruhrgeist mehr als nur eine Nummer für Sie.
00:13:12: Wilma verstrickte sich mehr und mehr in ihren Erinnerungen und bemerkte dabei weder dass sie die Augenschloss noch das sie Auftrieb bekam.
00:13:24: Ihre Erinnerung verbanden sich mit anderen und schubsten sie dorthin, wohin sie gehörten.
00:13:34: Ein Domino Stein fiel auf den anderen bis die gesamte Verkettung wieder so da lag wie sie tatsächlich einst gefallen war.
00:13:45: Die letzte Erinnerung bevor Wilmer einschlief verknüpfte sich mit ihrer Oma von Zeit zu Zeit einen Schubs zu geben.
00:14:04: Nicht mehr und nicht weniger!
00:14:06: Und deshalb war es letztlich jedem vorbehalten, ein gesundes Gleichgewicht an Gefühlen zu beschützen – ganz gleich ob jemand magische Fähigkeiten besaß oder nicht.