00:00:00: Kapitel neunzig, Gespräch zweier Unruhegeister.
00:00:05: Was machen die da?
00:00:08: Ich glaub' die spielen Memory!
00:00:11: Was meinst du?
00:00:13: Die Pokern um ihre
00:00:14: Erinnerungen?!
00:00:17: Warum machen die das?
00:00:20: Musste sie fragen... ich frag aber dich!
00:00:24: Ich weiß es nicht!
00:00:26: Die sind und bleiben komisch!
00:00:29: Aber wir hatten das Gerüst doch gerade erst so zusammengesetzt Tja, und sie bauen es wieder um.
00:00:38: Dürfen die das denn?
00:00:40: Offensichtlich!
00:00:41: Das Gerüst fügt sie ins große Ganze ein.
00:00:45: Siehst du das
00:00:45: nicht?!
00:00:47: Du meinst... Es lebt?
00:00:49: Klar lebt es!
00:00:51: Was denkst du?
00:00:54: Ich dachte wir lassen es leben Und Leute wie die Genau.
00:01:02: was heißt jetzt wieder?
00:01:03: genau dass du recht hast.
00:01:07: Womit?
00:01:09: Dass das Gerüst lebt, weil wir leben.
00:01:13: Und die... Ich check's nicht!
00:01:16: Na sag mal, bist du neu
00:01:18: hier?!
00:01:19: Richtige Erinnerungen heißen stabile Verbindung und falsche Erinnerung bedeuten Bruchwerk.
00:01:29: Ja jetzt wo du sagst da klingelt es irgendwie wieder.
00:01:32: Die finden also nur halt wenn sie sich korrekt erinnern.
00:01:37: Genau.
00:01:38: Ansonsten fallen sie ins Bodenlose und werden zu schatten.
00:01:43: Ups, genau!
00:01:46: Upsi-Ups.
00:01:51: Kapitel einerneunzig Wie tief Wilmer und Helmi gefallen waren konnte Emy nicht sagen nur dass sie nun viele Meter unter ihr aber immer noch in Sichtweite im Gerüst hingen und ihre Schreieverhalt waren.
00:02:09: Helmi hielt sich wie beim Stangenklettern an etwas das gefährlich hin und her wankte, mit nichts außer der Tiefsee verbunden schien.
00:02:21: Wilmer hingegen stand auf einem kleinen Absatz im Gerüst, der exakt ihren rechten Fuß umrahmte.
00:02:29: Ansonsten umklammerten ihre Arme eine Stange die waagerecht in Höhe ihrer Brust mit einer anderen senkrechten Stange verbannt.
00:02:41: Die Kreuzverbindung wirkte nicht sonderlich stabil, Emy hatte beinahe das Gefühl sie könnte durch sie hindurchsehen.
00:02:49: Geht es euch gut?
00:02:50: rief sie Helmi Wilmar.
00:02:54: Sie erkannte ein wahges Nicken von Helmi und keine Reaktion von Wilmar.
00:03:01: Emy interpretierte das als nicht anerkennen ihres Namens, weshalb sie auch nicht reagieren wollte.
00:03:09: Sie überlegte kurz – aber es half nichts!
00:03:12: Sie musste ihre komfortable und sichere Position verlassen und den anderen beiden entgegenklettern.
00:03:20: Von hier oben konnte sie ihnen nicht helfen.
00:03:23: Emy nahm also ihren Mut zusammen und setzte vorsichtig Hände und Füße zurück ins Gerüst.
00:03:31: Während sie sich halsbrecherisch hierhin und dorthin hangelte, fragte sie sich wer all das gebaut hatte.
00:03:39: Und weshalb es sich mal auflöste und dann an anderer Stelle wieder neu zusammensetzte?
00:03:48: Eigentlich war sie ziemlich gut im Turnen.
00:03:49: eigentlich hatte sie ordentlich Muckis in ihren Armen und Beinen nicht schlecht jedenfalls für eine elfjährige hatte ihre Sportlehrerin gesagt Aber das ganze Gestell in sich wankte.
00:04:03: Und weil die Tiefsee auch noch immer weit unter ihnen lag und ihr all diese Meter Respekt abverlanken, kam Emi nur sehr langsam voran.
00:04:15: Irgendwann konnte sie ihre Freundinnen wieder hören.
00:04:19: Ja auf so einen Murks zu erzählen!
00:04:22: schrie Wilma.
00:04:24: Ich kann nicht zaubern was für ein Schwachsinn.
00:04:27: Und wieder begann die Stange, an der sie sich festhielt zu vibrieren.
00:04:33: Gar zu flackern!
00:04:35: Sie verlor im wahrsten Sinne des Wortes ihre Existenz.
00:04:40: »Du selbst hast es mir erzählt«, konterte Helmi, als wir zum ersten Mal hier waren.
00:04:46: Helmi überließt die beiden für einen Moment sich selbst und musterte die Unterschiede im Gerüst gespannt.
00:04:55: Das, woran sich Helmi festhielt, schien relativ stabil.
00:05:00: Hier war ich noch nie, brüllte Wilma ihre Wut heraus und kaum hatten diese Worte ihre Lippen verlassen – verschwand die kleine Stufe auf der Wilma bis eben gestanden hatte!
00:05:12: Sie hing nun mit den Füßen in der Luft und verkrampfte sich mit ihrem rechten Arm in dem Kreuz aus Stangen an dem sie sich
00:05:21: festhield.".
00:05:23: Hermie hatte keine Ahnung, wie lange ihre Freunde noch die Kraft aufbringen würde sich dort festzuklammern.
00:05:29: Auch wusste sie nicht wieso Wilma mal behauptete, sich an die Tiefsee erinnern zu können und dann wieder das ganze Gegenteil verteidigte.
00:05:39: Wilmar in dess kämpfte nicht nur äußerlich sondern auch innerlich.
00:05:45: etwas sehr starkes und wüstes sagte ihr dass sie hier weg wollte weil sie hier schon mal festgesteckt hatte und etwas anderes, sehr leises, sehr sanftes konnte sich nicht daran erinnern.
00:06:02: Damit nicht genug gab es noch einen dritten Teil in Wilmar der wie ein Gegengewicht zu den beiden streitenden Parteien wirkte.
00:06:12: Sie konnte ihn jedoch nicht näher einordnen auch weil sie ihm nicht richtig verstand.
00:06:18: Ihr fehlte die Kraft hinzuhören.
00:06:21: Die beiden Mädchen und diese vermalledeite Konstruktion, die sich formte und auflöste wie es ihr beliebte, verlangten ihr alles ab.
00:06:31: Man wusste nie ob man auf wackeligem oder sicherem Boden stand.
00:06:36: Wer mal versuchte halt zu finden aber je erbitterter sie kämpfte das Doklarer flammte vor ihrem geistigen Auge einen gewaltiger Riss auf Kraftfolge borsten quer durch frisches Holz.
00:06:53: Weimar wurde heiß und kalt zugleich, denn das war sicher nicht der Moment in dem sie sich mit Werden beschäftigen wollte.
00:07:01: Sie hatte den Clownschrank ein für allemal erledigt!
00:07:05: Warum sah sie ihn jetzt vor sich?
00:07:08: Das Bild war so mächtig die Wirkung jenes Risses unerträglich... Und Weimar konnte nicht länger hinsehen – sie musste sich zwingen an etwas anderes zu
00:07:19: denken."
00:07:20: Etwas das noch stärker war als dieser Riss.
00:07:24: Und es war ihre Wut, gepaart mit dem Mut der Verzweiflung!
00:07:31: Ich bin Amy und ich habe Werden zerstört!
00:07:36: Ich war
00:07:36: Das!".
00:07:38: schrie sie in die weiße Unendlichkeit dieser Welt.
00:07:42: Die Stangen an denen Sie sich hielt flackerten erneut gefährlich unklar ob sie sich auflösen oder Bestand haben würden.
00:07:52: Werden hat es verdient!
00:07:55: Er hat Ulyana verändert und wegen ihm hat sie alle Farben verloren, er ist der Grund warum Sie nach unseren Gefühlen trachtete und warum es uns so lang so schlecht ging.
00:08:08: Emy stockte der Atem denn all das stimmte Und natürlich kannte auch Wilma diese Geschichte.
00:08:16: aber Wieso erzählte sie alles?
00:08:20: aus Emmys Perspektive, Aus Sicht eines Volklings?
00:08:25: Was war da in ihr gerissen?
00:08:28: Mit dieser letzten Frage kam eine wage Erinnerung zu ihr zurück.
00:08:34: An jenen Moment, indem Sie Friedolin umarmt hatte.
00:08:39: Es hatte geknarzt so als würde etwas in ihm bersten und Als die den Raum verließ hatte sie den Küchenschrank ganz leise flüstern hören, von einem Riss.
00:08:54: Doch sie war schon zu weit weg gewesen um den Zusammenhang zu verstehen!
00:09:02: War vielleicht Wilma Teil dieses Risses?
00:09:09: Und was meinte Sie damit?
00:09:10: sie hätte werden
00:09:12: zerstört?!
00:09:15: Emy schwanden die Sinne – sie brachte es einfach nicht zusammen Und ähnlich erging es wohl auch Helmi.
00:09:23: Wie paralysiert hielt sie sich zwischen den Stangen und hörte zu?
00:09:29: Ich habe Fridolin gemalt, sang Wilmar laut und gebieterisch.
00:09:34: Und ich habe ihm Termiten in den Bauch gesetzt!
00:09:38: Ihr Lachen klang nun fast teuflisch, obwohl ihre Kräfte sie kaum mehr hielten – in echt oder mit Magie fragte Helmi so instinktiv wie entwaffnend.
00:09:54: Wilmer schloss die Augen, weil keine der in ihr streitenden Stimmen eine Antwort darauf hatte.
00:10:02: Ihr Kopf schien angesichts dieser Frage explodieren zu wollen und sinnbildlich taten es die Stangen um sie herum.
00:10:13: Wieder schrie sie – und wieder fiel sie!