HörGut | Wolkensein, Tiefseemein, Erdendein

HörGut | Wolkensein, Tiefseemein, Erdendein

Transkript

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00:00:00: Kapitel sixty-sechzig.

00:00:02: Lila hatte sich neben Kalle in sein Piratenbett gekuschelt und lauschte seinem Atem.

00:00:09: Sie war kaum größer oder breiter als er, deshalb passten sie wunderbar zu zweit in seine Kurje.

00:00:15: Wenn man über den Bettrand schaute wirkte es, als wäre man mitten im Meer.

00:00:21: Rufus hatte die Wände tief blau gestrichen mit Samt eines Himmels und Möwen.

00:00:27: Viele Male hatten sie hier im vergangenen Jahr gelegen.

00:00:31: Sie hatte ihm Geschichten erzählt, Schlaflieder gesungen.

00:00:34: Seinen Bauch gestreichelt wenn er rumurte.

00:00:37: Sie hatten durch die Luke in den Himmel geschaut und das getan was Kalle seit jeher liebte.

00:00:45: In die Wolken zu träumen!

00:00:47: Sie hatten versucht Dinge in den Wolken zuerkennen Und sie hatten sich ausgemalt Was diese Dinge oder Wesen wohl gerade erlebten.

00:00:58: Immer wieder war Lila erstaunt gewesen, wie sehr kalles Fantasie blühte und was für kuriosere Ereignisse er aus dem Nichts herbeidenken konnte.

00:01:10: Diesmal heute war es anders.

00:01:14: Lila spürte zwar die Wärme ihres Sohnes aber sie konnte nicht mit ihm sprechen – er zeigte keine Reaktion.

00:01:23: Tag sechs Es war beängstigend jedoch wollte und konnte sie sich nicht mit der Frage konfrontieren, was wenn er nie wieder aufwachte.

00:01:35: Die Hoffnung war stärker in Kalle, in seine Fantasie, in ihre Familie und ihre Magie.

00:01:45: Irgendwas davon musste ihn zu ihr zurückbringen.

00:01:50: Es tut mir alles so schrecklich leidkalle, säufzte Lila und hakte sich unter seinem Arm ein.

00:01:57: Ihr Kopf lag auf seiner Schulter.

00:02:00: Ich habe das Beste gewollt und das Schlimmste angerichtet.

00:02:04: Am Ende war ich nicht besser als Pimpfsmutter.

00:02:08: Ihr Blick ging durch die Luke in den Himmel, langsam hob und senkte sich Kalles Brust.

00:02:15: Weißt du?

00:02:16: Eltern versuchen ihr Bestes!

00:02:19: Aus Liebe tun sie Dinge, die Sie für richtig halten – Dinge an die Sie glauben Dinge, die ihnen ihre Eltern erzählt und mitgegeben haben.

00:02:29: Doch diese Dinge sind sie auch noch so gut gemeint – sind nicht immer richtig!

00:02:36: Nicht für die

00:02:37: Kinder!".

00:02:39: Eine kleine Träne schlüpfte aus ihrem Augenwinkel.

00:02:43: Pimpf sollte doch einfach nur erkennen, dass ihm seine Mutter Worte in den Kopf gesetzt hat, die so einfach nicht stimmen.

00:02:53: Weißt du Kalle?

00:02:54: Artus' Mutter war eine sehr stolze Frau die sich nur auf sich selbst verließ, weil sie nur deshalb überlebte als sie klein war.

00:03:05: Diese Frau hat beide Eltern früh verloren musste sich und ihre jüngere Schwester allein durchbringen.

00:03:12: Sie glaubte fest dass ihre Welt zusammen bräche wenn sie nur einmal die Kontrolle abgab und die Dinge nicht selbst regelte.

00:03:22: Deshalb durfte ihr niemand helfen bei nichts!

00:03:26: Und niemals.

00:03:28: Sie war zu stolz und zudem voller Angst.

00:03:33: Kalle beides sind keine guten Berater.

00:03:37: Lila stockte in ihrem Zwiegespräch, hatte Kalle sich gerade bewegt?

00:03:43: Hatte er zustimmend genickt?

00:03:46: Nein – unmöglich!

00:03:49: Es war wohl nur die Einbildung.

00:03:53: Auch Pimpf durfte in ihrer Anwesenheit nie etwas tun vor sie fort.

00:03:58: Nie helfen und nur ganz selten seine zauberhafte Persönlichkeit zeigen, die sich v.a.

00:04:05: dadurch ausdrückt dass er nur allzu gern für andere da ist.

00:04:11: Das woran seine Mutter glaubte – was sie für richtig hielt – hat sein wunderbares Wesen verändert!

00:04:22: Die Zwänge der deine Urgroßmutter unterlag haben Pimpf in den Kopf gesetzt, dass er nutzlos ist.

00:04:31: Dass er nicht helfen kann.

00:04:34: Nirgends!

00:04:36: Und das war nicht gut.

00:04:39: Ich habe ihm versucht zu sagen, dass das nicht stimmt.

00:04:43: Das er schon viele Male geholfen hat aber es war ihm nicht möglich es anzunehmen.

00:04:49: Zu sehr hatten sich die Worte seiner Mutter über all die Jahre in seinen Glauben gebrannt.

00:04:58: Und Schöne allerdings ist Kalle, dass unsere eigene Stimme nie ganz verstummt.

00:05:06: Egal wie sehr andere sie zum Schweigen bringen wollen!

00:05:10: Das ist übrigens der Grund warum dein Großvater Ulyana gegenüber so böse wurde.

00:05:18: Erinnere dich – Ulyanah wählte dieselben Worte, die auch Pimpfsmutter stets wiederholte und traf ihn damit mitten ins Herz.

00:05:29: Sie sagte er sei nutzlos, er könne nichts tun um den Wolklingen zu helfen.

00:05:35: Aber seine innere Stimme rebellierte.

00:05:38: Pimpf wollte diese Worte nach so vielen Jahren nicht mehr hören.

00:05:43: Er werte sich und dieses Aufbegehren führte in unkontrollierbare Wut.

00:05:49: Er schrie gegen all das Unrecht an Und schubste Ulyana von der Wolke.

00:05:57: Lila atmete tief und geräuschvoll ein-und aus.

00:06:02: Bis heute schreit diese innere Stimme deines Großvaters in all ihrer Verzweiflung, ich bin nicht nutzlos!

00:06:13: Aber glauben kann sich dein Opa nicht, weil er es nicht gelernt hat an Sicht zu glauben und seiner Stimme zu vertrauen.

00:06:24: Nun spürte Lila selbst Wutin sich aufsteigen – Wut Arthur nicht helfen zu können ihn nicht glauben, machen zu können.

00:06:36: Aber sie wusste auch wohin sie diese Wut gebracht hatte – genau hierher neben ihren Sohn der einen scheinbar unendlich langen Schlaf schlief.

00:06:50: Schuld und Scham überwältigten Sie in diesem Moment weil sie sich überhöht und auf niemandem mehr gehört.

00:07:00: Sie krampfte sich in den Arm ihres Sohnes und weinte schluchzend in seinen Ärmel.

00:07:06: Ich wollte doch nur helfen, ich wollte dass dein wunderbarer Großvater nicht mehr so schlecht von sich denkt!

00:07:16: Und ich habe dabei außer Acht gelassen was für euch wichtig und gut sein würde.

00:07:22: Ich habe mich nicht besser verhalten als deine Urgroßmutter ob in bestem Gewissen oder Nicht Es ist meine Verantwortung.

00:07:32: Ein Sicht ist ein guter Anfang, hörte sie Adolfus Stimme unter sich.

00:07:39: Sie hatte ihn nicht kommen hören aber nun setzte sie sich aufrecht im Bett hin und sah ihm mit verheultem Gesicht in die Augen.

00:07:50: Wie bringen wir das je wieder in Ordnung?

00:07:53: fragte sie ihnen.

00:07:56: Indem wir all unsere Sinne zusammennehmen und unsere Kräfte vereinen.

00:08:01: Lila Wir haben es hiermit etwas größerem zu tun als Arthurs Vergangenheit.

00:08:06: Es geht um unser aller

00:08:08: Zukunft.".

00:08:10: Lila wischte sich mit ihrem Ärmel die Tränen aus dem Gesicht und verstand nicht ganz.

00:08:16: Was kann denn noch schlimmer sein, als dass die beiden hier liegen?

00:08:21: Nun – Die Tatsache, dass wir Emi nicht so einfach mit auf die Erde hätten nehmen dürfen!

00:08:27: Nicht mit all Ihrem Wissen um Wolkenheim.

00:08:31: Aber es ist doch alles gut, behauptete Lila und zog ihre Nase hoch… Ist es nicht... Wir haben einen Riss zwischen Himmel und Erde verursacht, der alles durcheinanderbringt.

00:08:44: Und womöglich sogar Uliana verschluckt hat!

00:08:49: Lila rappelte sich aus dem Bett, gab Kalle einen Kuss und klettert die Leiter hinunter.

00:08:55: Komm mit Bad Adolfus.

00:08:58: ich muss dir was zeigen.

00:09:00: Gemeinsam gingen sie die Stufen in die Küche hinunter, Adolfos öffnete Friedolines Türen und verwies auf den Riss der durch dessen Rücken verlief.

00:09:12: Fredolin hat mir gesagt, dass Amy dieser Riss ist!

00:09:17: Sie...ist?

00:09:20: Der

00:09:20: Riss?!

00:09:21: Lila verstand nicht ganz.

00:09:24: Ja, Helmy hat uns heute gefragt wie das denn sein kann Dass Amy als einziger Wolkling noch ihr Wolkenwissen besitzt.

00:09:33: Und Lila genau das ist es.

00:09:35: Das kann eben nicht sein.

00:09:37: Es darf nicht sein.

00:09:40: Indem wir sie mit nach Hause genommen haben, haben wir alles ins Chaos gestürzt und du hast dann obendrein die Explosion in der Tiefsee verursacht.

00:09:49: Oh Gott Lila!

00:09:51: Wir sind unseren Hüterstatus gar nicht wert.

00:09:55: Lila wollte widersprechen aber sie steckte zu sehr in ihrer eigenen Verzweiflung.

00:10:02: Sie hatte dem nichts entgegenzusetzen was Adolfos sagte.

00:10:07: das stimmte Aber es gab doch nie Anzeichen, dass Emis Rückkehr irgendetwas Schlimmes bewirkt hätte.

00:10:17: Nein!

00:10:18: Aber still und heimlich scheint sich dieser Riss vergrößer zu haben – nicht einmal Fridolin hat das bemerkt.

00:10:25: Aber jetzt ist der Riss so gewaltig, dass er Fridoline sogar die Sprache nimmt?

00:10:31: Er gibt kein Wort von sich.

00:10:33: Ich habe versucht mit ihm zu

00:10:34: sprechen.".

00:10:37: Lila schluckte.

00:10:38: Allmählich bekamen sie es mit der Angst zu tun.

00:10:41: Friedolin war ihre Antwort auf alles.

00:10:44: Wenn er nichts mehr zu sagen hatte, wer fand dann einen Ausweg?

00:10:50: Sie streicherte dem Küchenschrank die Flanken und spürte so etwas wie Energie.

00:10:57: So als würde Friedolin ihr sein letztes bisschen geben das er noch hatte.

00:11:04: Seine Energie durchströmte Lila mit neuer Klarheit.

00:11:09: Sie fasste die Ereignisse zusammen.

00:11:12: Wir gehen also davon aus, dass sich dieser Riss in dem Moment bildete als wir Emi zurück auf die Erde brachten, als wir quasi den Horizont überschritten.

00:11:27: Sie stellte sich den Augenblick im vergangenen Sommer noch einmal vor und erinnerte sich an ein unbändiges Glücksgefühl weil sie Kalle wieder hatte.

00:11:37: Sofort wollten sie neue Tränen überwältigen aber sie drängten sie und machte ihrer Logik Platz.

00:11:44: Wolklinge konnten den Himmel nicht ohne einen Tausch verlassen, wenn sie auf die Erde zurückkehrten.

00:11:52: Das war nicht möglich – das ließen die Gesetze nicht zu!

00:11:56: Wolklingen tauschten ihr Wissen aus Wolkenheim gegen ein Leben auf der Erde.

00:12:03: Und plötzlich lief es lila Siedend heißt in Rücken runter.

00:12:08: Sie fasste Adolfus ohne Vorwarnung am Handgelenk und sah ihn in Panik an.

00:12:23: Was versuchst du mir zu sagen, Lila?

00:12:42: Adolfus hast Du Emy jemals seit wir zurück sind wütend gesehen verärgert irgendetwas.

00:12:49: Er wusste nicht worauf Lela hinaus wollte aber da sie ihn so direkt fragte nein gab er zur Antwort.

00:12:59: Emy war durch und durch ein Liebesmädchen besonnen überlegt selten ungestüm und niemals.

00:13:08: Da hatte Lila einen Punkt getroffen, außer sich.

00:13:12: Er hatte das aber nie in Frage gestellt.

00:13:14: warum sollte er?

00:13:17: Es war angenehm es war sorgenlos im Umgang Aber jetzt da so darüber nachdachte doch ungewöhnlich für ein kleines Mädchen Wieso fragst du mich dass?

00:13:32: Weil ich glaube Dass sie ihre Wut Im himmel gelassen hat.

00:13:38: Wir haben gestern Mensch ärgere dich nicht gespielt.

00:13:40: Tinos ist völlig durchgedreht und hat alle Regeln missachtet, er hat Emy übel mitgespielt aber sie hat null reagiert.

00:13:49: Im Gegenteil Sie hat ihn in seiner Stenkerei sogar noch verstanden und am Ende gewinnen lassen.

00:13:56: Adolfus was wenn sich ihre Wut von ihr abgespalten hat?

00:14:00: Was wenn das zum Riss gehört Wenn es dass ist was Friedolin dir hat sagen wollen?

00:14:08: Adolfus sagte in sich zusammen und setzte sich auf einen der Küchenstühle.

00:14:13: Er blickte Fridolin in die Clowns Augen, doch der schaute nur stumpf zurück.

00:14:20: Adolfos atmete schwer und hob seinen Kopf.

00:14:25: Ich glaube du hast recht!

00:14:28: ich glaube dass das alles genau so Sinn macht und die Dinge erklärt Emi ist der Riss Und wenn das stimmt, was wir uns hier zusammenreimen, dann muss ihre Wut irgendwo frei herumlaufen.

00:14:47: Irgendwo zwischen Himmel und Erde!