00:00:00: Es war der fünfte Tag, nachdem das System Tiefsee aufgehört hatte zu existieren.
00:00:09: Nachdem zu viel in die Tiefsee gefunden hatte was dort nicht hingehörte.
00:00:14: Nach dem dieses Nicht-Hingehören für zuviel Reibung gesorgt hatte und nach dem die Tifsee all jene Ausspie, die dort nicht hätten sein sollen.
00:00:27: Es war der fünfte Tag, an dem Arthur Mulander und sein Enkel Kalle noch immer nach außen hin schliefen.
00:00:35: An dem Helmi und Wilmar noch nicht miteinander redeten – und an dem Lila weiter betete, dass ihre Einmischung nicht auf ewig fatale Folgen nach sich ziehen würde!
00:00:50: Mehr als Beten und Bitten war ihr nicht gestattet.
00:00:54: Keinen ihrer magischen Pinselstriche traute sie sich zu zeichnen.
00:00:59: Aus Angst, sie könnte anderen erneut schaden.
00:01:03: So saß sie abwechselnd am Bett ihres Sohnes und ihres Schwiegervaters, schickte Stoßgebete in den Himmel und bat beide um Verzeihung.
00:01:13: Nie wieder jedoch hatte sich Kalle dabei so geregt wie er es ehemalige gegenüber getan hatte.
00:01:20: Wie sehr wünschte sie sich dieses Zeichen von ihm?
00:01:24: das ihr signalisierte Opa-und Enkel würden zu ihnen heimkehren.
00:01:30: Es war auch der fünfte Tag, an dem Wilmer ihr Bild weiter ausgestaltete und sich möglichst weit von ihrer Oma entfernt aufhielt – die neuerdings auffällig oft um sie herumscharfenzelte.
00:01:44: In blauer Ladzose in grünem T-Shirt und weißen Tonschuhen lag Wilmer auf ihrem Bett.
00:01:50: Die Haare keck zum Dutt gewickelt nur ein Bleistift hielt sie fest.
00:01:56: Den Küchenschrank der Molanders hatte sie längst vollständig in all seinen Details gemalt, genau so wie er nun wieder in der Küche stand.
00:02:06: Was allerdings neu zum Bild gehörte war ein merkwürdiger Haufen aus Erde – ganz unten, ganz hinten in einer Ecke Friedolins, indem es aufgeregt wuselte!
00:02:20: Damit es funktionierte, hatte Wilmer verschiedene Kammern und Gänge, Schächte und reichlich Pflanzenmaterial gezeichnet.
00:02:28: Auch hier waren die Details wichtig damit sich Friedolins neue Bewohner wirklich wohl fühlten – auch vermehrten!
00:02:37: Sechs Beine, die Körper weiß gelb krabbeln sie hektisch in dem Hügel herum und würden schon bald das leckere frische Holz entdecken, dass Fridolin ihnen darbot.
00:02:51: Termiten!
00:02:52: Was für eine wunderbar ironische Geschichte das ausgerechnet Helmi ihr dabei half werden zu vernichten?
00:03:01: Mit jedem Tag der verging fragte sie sich immer häufiger was sie einmal in Freundschaft verbunden hatte.
00:03:10: Im Moment machte Helmi ihre Wut nur noch wütender weil sie sich so schweigsam und abwesend so entrückt und schwach verhielt, seit sie aus der Tiefsee zurück waren.
00:03:23: Unbewusst aber hatte Helmi ihr exakt die Idee geliefert mit der Willmar-Werden töten würde.
00:03:32: Als Sie Friedolin genügend Termiten in den Bauch gezeichnet hatte, schlich sie sich aus dem Haus lief sowohl über den grünen Rasen ihres Ferienhauses als auch über das niedergetrampelte Gras der Molanders und versteckte sich in Rufus Schuppen.
00:03:48: Sie wusste, dass er dort Geräte, Werkzeuge und verschiedene Materialien aufbewahrte, die er zum Basteln und zum Bauen gebrauchte.
00:03:57: Hier hoffte sie auch Lack zu finden!
00:04:01: Als finaler Schliff sozusagen wollte Wilmar den Küchenschrank lackieren um ihm so den Mund zu verschließen.
00:04:11: Friedolin war gesprächig, Friedolin würde vermutlich längst wissen was ihm in dem Bauch gemalt worden war und wer dies zu verantworten hatte.
00:04:23: Sie musste also flink sein und ihn zum Schweigen bringen.
00:04:28: Wer mal suchte ein wenig länger als sie gedacht hatte.
00:04:30: dann aber fand sie Lack- und Pinsel und Stahl sich unbemerkt in die Küche der Molanders.
00:04:37: Rufus war im Dorf und Lila bei Leonore.
00:04:40: Die beiden unterhielten sich zuletzt oft, und auch das ließ Wilmers Wut kochen.
00:04:47: Vielleicht musste sie nicht nur ihre Oma sondern auch Kalles Mutter im Blick behalten.
00:04:53: Ich habe dich erwartet, sagte Fridolin.
00:04:57: ich habe deinen Leiden gespürt.
00:04:59: Ich konnte es lange Zeit nicht richtig zuordnen aber ich wusste dass dieser Tag kommen würde, an dem du mir gegenüber
00:05:07: trittst.".
00:05:09: Wilma lachte.
00:05:10: Denn sie war kein Stück überrascht, das Fridolin alles genau so hatte kommen sehen.
00:05:17: Seit er sich aus den Wolken gestohlen und vor seinem gerechten Schicksal gedrückt hatte, machte er hier unten einen auf Saubermann – so als ob sein Wesenswandel allein alles zum Guten gewendet hätte!
00:05:30: So als ob damit alles entschuldigt worden wäre… Alles, was er fär schuldet hatte und alles, was der wütende Teil in Wilmar hatte erleiden müssen.
00:05:43: Dieser Teil in ihr setzte nun die ersten Pinselstriche an und begann den Schrank einer Seite zu lackieren.
00:05:53: Würde sie nur den Mund übermalen würde das wohl auffallen also musste sie großzügiger vorgehen.
00:06:01: Verschon mich mit deiner Allwissenheit.
00:06:04: Fauchte Wilma ihn an.
00:06:05: Nichts, was du sagst wird dich retten!
00:06:08: Die Geschichte endet wie sie immer hätte enden sollen.
00:06:13: Wilma machte eine dramatische Pause mit deinem Ende.
00:06:18: Dann konzentrierte sie sich wieder auf's Lackieren.
00:06:21: Fridolin schwieg und sah sie mit seinen großen Clownsaugen an.
00:06:27: Egal was du tust Das Leid das ich verursacht habe machst Du damit nicht ungeschehen.
00:06:34: Ich kenne meine Schuld.
00:06:37: Doch beeinflussen können wir nur die Zukunft.
00:06:40: Verändern lässt sich nur was kommt, wem.
00:06:44: er verdrehte die Augen.
00:06:47: Hörst du dir eigentlich auch mal zu?
00:06:49: Dieses ewige Blah-blah-Blah!
00:06:52: Was glaubst Du, was ich hier
00:06:54: tue?!
00:06:55: Ich verändere die Zukunft doch Du wirst kein Teil mehr davon sein.
00:07:00: wenn ich Dir gleich den Mund für immer verschließe wird der Effekt Doppelt gut.
00:07:06: A, du hörst auf zu labern und B, du kannst niemanden mehr um Hilfe
00:07:10: bitten.".
00:07:11: Herausfordernd sah sie ihn an – und widmete sich nun mit großen Pinselstrichen schon der zweiten Außenwand.
00:07:19: Warum unterhielt sie sich noch mit dem, der für ihr Leiden verantwortlich gewesen war?
00:07:25: Das bist nicht Du!
00:07:28: raunte Fredolin.
00:07:30: Das was aus dir spricht Wilmar, bist nicht DU!
00:07:35: Fie
00:07:35: bitte?!
00:07:36: Überlegte die zwölfjährige.
00:07:39: Natürlich war sie sie selbst, sie stand ja hier und konnte sich im Küchenfenster auch sehen.
00:07:45: Hör endlich auf!
00:07:47: rief sie gelangweilt.
00:07:49: Du hast lange genug allen deine kleine Küchenpsychologie verkauft.
00:07:55: Hier und jetzt ist Schluss hörst du?
00:07:58: Du bist der Grund für so viel Leid.
00:08:01: Du verdienst endlich deine gerechte Strafe.
00:08:05: Und was dann Wollte Fredolin wissen.
00:08:08: Mir geht es dann besser, schrie Wilma völlig außer sich.
00:08:13: Fredolin hingegen warte Contenance.
00:08:16: Sie in mein Inneres, versuchte er es erneut sie hin und finde den selben Riss der auch dich spaltet.
00:08:27: Wilma grölde und lachte höhnisch – sie war wie von Sinnen!
00:08:32: Versuchst du Zeit zu schinden und deinen Tod hinauszuzögern?
00:08:37: Es ist zwecklos.
00:08:39: Die Termiten haben dich längst entdeckt und sie werden dich aushöhlen, so wie du mich ausgehöhlt
00:08:45: hast.".
00:08:46: Fridolin öffnete seine gelben Flügel-Türen, während Wilmer diese Geste nutzte um in Windeseile auch Sie zu lackieren.
00:08:55: Keine Faser sollte ihm bleiben, um Luft zu holen!
00:08:59: »Sie hin«, raunte der Küchenschrank erneut.
00:09:03: Und selbst wenn Wilmar hätte vorbeischauen wollen Sie hätte es nicht können.
00:09:08: Der Riss in Friedulins Rücken war gewaltig, man konnte ihm die Kraft mit der entstanden war förmlich ansehen.
00:09:17: Ganz kurz ließ sie das innehalten.
00:09:20: ganz kurz spürte sie eine merkwürdige Verbindung.
00:09:26: dann war der Gedanke weg und sich Schloss entschieden die Türen.
00:09:30: Danach holte sie sich einen Tritt, kletterte hinauf und lackierte auch den großen Hut der Friedolins Kopfzirte.
00:09:39: Hör auf Emy!
00:09:41: Dröhnte es nun gewaltiger und erschütternder aus Friedolin heraus.
00:09:46: Wimmer zuckte zusammen so laut hatte sie ihn nie gehört.
00:09:51: Bist du völlig von Sinn?
00:09:53: Weißt du nicht einmal mehr wen du vor dir hast?
00:09:56: Konterte sie.
00:09:58: Ich weiß es sehr wohl bestätigte Fridolin mit fester Stimme.
00:10:02: Ich kann dich spüren, ich kann deine Verlorenheit spülen dieselbe Verlorenhight die ich spürte als mich Emi umarmte Als jene Umarmung den Spalt verursachte weil du gespalten bist.
00:10:17: Wilma in dir regiert Emis Wut bändige sie Sie gehört nicht zu dir aber Du wirst mehr und mehr zu ihr.
00:10:28: Wilma hörte nicht zu.
00:10:29: Sie wollte es nicht und sie konnte es nicht, dieser Belötsin über ihre Zerrissenheit!
00:10:35: Sie fühlte sich zum allerersten Mal ganz ungar und sicher dass sie in diesem Moment endlich das richtige Tat.
00:10:44: Stellvertretend für all das Leid was in Wolkenheim geschehen war, stellvertretende für so viele Jahre die sie sich hatte leerfühlen müssen ohne bestimmte Gefüle, ohne ihre Familie.
00:10:58: Noch immer raste die Wut in ihr, noch immer verlangte sie nach Rache.
00:11:03: Gepeitscht von ihren Emotionen sah Wilmar nicht mehr hin – was sie tat und was sie trieb!
00:11:11: Sie hörte nichts zu, sie hörte niemandem zu denn endlich erfuhr Werden seine geröchte Strafe.
00:11:19: Sie fühlte sich wie im Rausch das beste Gefühl, dass sie je hatte.
00:11:24: Dieser Moment war so lang Ihr Ziel gewesen….
00:11:28: Ein ganzes Jahr hatte sie darauf hingefiebert und alles geplant, musste sich zurückhalten und warten bis sie endlich am Zug war.
00:11:36: Ein ganzer Jahr in dieser Tiefsee ergoss ich in diesen einen Moment.
00:11:44: Weimar kletterte wieder vom Tritt, hockte sich hin und verschloss Fridolin mit großzügigen Pinselstrichen den Mund.
00:11:53: Verschwitzt und zufrieden schaute sie sich ihr Werk an – erschöpft und erleichtert, dass es nun endlich vorbei war.
00:12:03: Verließ sie das Haus!