00:00:00: Kapitel neunundvierzig.
00:00:03: Hallo, hallo!
00:00:06: Ist jemand zu Hause?
00:00:08: Rief es fröhlich und doch ein bisschen unsicher von der Terrasse ins Haus.
00:00:13: Hu-hu ich bin's, Emy.
00:00:16: Das Mädchen steckte ihren Kopf durch die Eingangstür Und in den Flur und fühlte warm Die Sonne auf seinem Po.
00:00:24: Es sah Bretter Wischlappen einmal, manches war, geborsten anderes offenbar brandneu zugeschnitten.
00:00:32: Emi sah nach links und nach rechts konnte aber niemanden finden.
00:00:37: Onkel und Tante schicken mich um zu schauen wie es euch geht!
00:00:40: Ist Wilma bei euch?
00:00:42: Noch immer keine Antwort.
00:00:44: Gerade schien tatsächlich niemand dazu sein.
00:00:48: Emy setzte sich auf die Stufen und Beschloss zu warten.
00:00:52: Seit einem Jahr hatte sie die Wandervins nicht gesehen.
00:00:56: Seit dem vergangenen Sommer hatten sie sich nur ab und zu geschrieben.
00:01:00: Die Vorfreude auf ihre Freunde war entsprechend groß gewesen, doch nun hatten die jüngsten Ereignisse vieles verändert.
00:01:08: Obwohl Emi einst ein Volklinge gewesen war, obwohl Sie von der Magie zwischen Himmel und Erde wusste – obwohl nur Sie aus den Wolken zurückkehrte mit Ihrem Gedächtnis an jene Zeit konnte doch nicht begreifen, was genau ihren Freunden zugestoßen war.
00:01:28: Alles magische Wissen nützte der elfjährigen nichts um jene Geschichte zu verstehen die ihr Onkel und Tante erzählt hatten von der Tiefsee, von den angestauten Emotionen von einem Druckkessel und jener Explosion, die ihre Freunde Kalle Pimpf Wilmer Helmi nach Lummelunder katapultiert.
00:01:50: hatte sie Begriff nicht, was die Tiefsee eigentlich war.
00:01:56: Wie ihre Freunde dort hingefunden hatten und warum es ihnen nun da sie zurückgekehrt waren so schlecht ging?
00:02:05: Sie machte sich Sorgen und war deshalb die Küste entlang zu ihnen hinüberspaziert.
00:02:12: Emy!
00:02:13: Rissi plötzlich eine aufgeregte Stimme aus den Gedanken.
00:02:17: Na endlich kommst du uns besuchen.
00:02:19: Und schon lag ihr Wilmer in den Armen setzte sich zu ihr auf die Stufen.
00:02:24: Wie geht es dir?
00:02:26: Emy lächelte, verunsichert.
00:02:30: Adolfus und Mr Nelly hatten sie gebeten vorsichtig mit den Rückkehrern aus der Tiefsee zu sein.
00:02:36: Sie wirkten verstört, hatten Tante und Onkel gesagt, sei behutsam hieß die Botschaft aber ... Mit dieser Willmar musste niemand vorsichtig sein, befand Emy.
00:02:48: Sie strahlte über beide Backen.
00:02:51: So tat Emi es ihr gleich.
00:02:54: Aufgeregt verschwanden die Mädchen in Wiedersehensgeschmatter, indem sie austauschten was war und wie es nun weitergehen sollte Und nun müssen wir Fredolin wieder zusammenbauen beendete Wilma ihren Teil der Geschichte Es vollkommen ramponiert.
00:03:11: Bei diesen Worten erwischte Emi einen merkwürdigen Unterton in Wilmas Stimme etwas das sie nicht einordnen konnte.
00:03:21: eine Lust, die nicht zu der Tatsache passen wollte dass gerade einiges unter dramatischen Umständen zerstört worden war.
00:03:33: Das Holz Friedolins und womöglich auch das Leben ihrer Freunde.
00:03:38: Emi sah Wilma von der Seite an.
00:03:41: Hast du keine Angst?
00:03:43: Machst du dir keine Sorgen um Pimpf und Kalle Wilmers Augenwinkel zuckten.
00:03:50: Irgendetwas an dieser Frage, die Emi so logisch stellte, gefiel ihn nicht.
00:03:56: Natürlich mache ich mir Sorgen um sie!
00:03:58: Ich gehe sie ja auch immer wieder besuchen aber sie liegen einfach nur da als ob sie schlafen würden.
00:04:05: Darf ich Sie sehen?
00:04:06: Bart Emi?
00:04:08: Na klar erwiderte Wilmer.
00:04:10: Wiederum eine Spur zu überschwänglich gemessen an der beklemmenden Gesamtsituation.
00:04:17: Sie rannte voraus und Emy folgte ihr skeptisch hinterdreien.
00:04:22: Irgendwie war diese Wilmer verändert, sie vermisste Mitgefühl und sofort überkam Emy unkontrollierbare Angst denn mit verlorenen Gefühlen kannte sie sich aus!
00:04:36: Sie selbst hatte in ihrem Leben über den Wolken ihr Vertrauen verloren.
00:04:42: Oleana hatte es ihr genommen, so wie sie jedem Wolkling ein Gefühl nahm.
00:04:48: Weil jedes Gefühl sich mit einer Farbe verbannt.
00:04:52: Weil jede Farbe von Oleana begehrt wurde!
00:04:57: Weil jede farbe ihr Halb wieder bunt sehen zu können.
00:05:02: Sie saugte den Wolklingen ihre Farben ab und nahm jedem ein wichtiges Gefühl.
00:05:10: War hier dasselbe In der Tiefsee passiert, hatten die jüngsten Ereignisse ihr Mitgefühl genommen.
00:05:19: Kommst du?
00:05:20: rief Wilmer und sah ungeduldig aus der Tür.
00:05:24: Ähm ... ja klar!
00:05:27: Emi trottete Wilmer mit vielen Fragezeichen hinterher.
00:05:31: Sie passierten in die Küche, die einer Baustelle glich Und die nichts mehr von ihrem einst so warmen Schaum besaß Der sie gemütlich gemacht hatte.
00:05:41: Der Platz, an dem Friedolin stand war nur mit einem Holz-Skelett ausgefüllt.
00:05:47: Es tronte auf dicken Backsteinen und das komplette Innenleben des Schrankes fährte.
00:05:54: Wir gestalten ihn ganz neu, beruhigte sie Wilma.
00:05:57: Wenn wir ihn wieder aufgebaut haben dann wird er überhaupt nicht mehr der alte Sein, stellte sie fest.
00:06:02: Und auch das wollte Emy nicht behagen!
00:06:06: Wieso würden Sie Friedolin verändern wollen?
00:06:10: War er nicht wunderbar, genau so wie er war?
00:06:14: Emy gefiel nicht.
00:06:16: Was will man hier ausstrahlte?
00:06:18: Wer war dieses
00:06:19: Mädchen?!
00:06:21: Will mal schien ihre Gedanken zu erraten und sie fixierte Emy auf eine Weise die dieser mehr als unbehaglich war.
00:06:30: Doch sie sagte nichts, wandte sich ab Und lief um die Ecke in das Zimmer des Großvaters.
00:06:37: Zögern trat Emy ein Während Wilmer am Bettende stehen blieb.
00:06:42: Pimpf atmete gleichmäßig, seine Händelagen gefaltet über der Bettdecke und natürlich trug er seine Filzpantoffeln.
00:06:51: Kaum etwas ließ erahnen dass dieser Schlaf unnatürlich sein könnte.
00:06:58: Nichts außer seinen Augenliedern die sich unruhig bewegten.
00:07:03: Hinter ihnen rollten Pimpfs Augepfel getrieben von unguten Träumen, denen er nicht entkommen konnte.
00:07:11: So lange er schlief.
00:07:14: Emi nahm instinktiv seine Hand warm alt ein bisschen knochig und vertraut.
00:07:22: Im vergangenen Jahr hatte sie viel Zeit bei den Molanders verbracht Und Emi war Teil dieser Familie geworden.
00:07:30: Das wird schon wieder versicherte Wilma Was lässt dich so sicher sein?
00:07:36: fragte Emi irritiert.
00:07:38: «Meine Einstellung, think positive!
00:07:40: Die wachen schon wieder auf – es ist doch immer alles gut gegangen.».
00:07:44: Wilma zwingerte Emi zu und entschwand die Treppe hoch in kalles Zimmer.
00:07:50: Unglaublich schaute Emi hinterher und folgte ihr die Stufen hinauf.
00:07:55: Auch bei Kalle wies wenig darauf hin dass der Schlaf in den Gefallen war keiner normalen Müdigkeit entsprang.
00:08:03: Still hing das Piratenschiff in den Seilen, teilnahmslos baumelte die Streckleiter herunter zum Boden.
00:08:10: Leise und regelmäßig hörten sie kalles Atemzüge.
00:08:15: Behutsam kletterte Emi nach oben um Kalle sehen zu können.
00:08:20: So liegt er nun schon seit unserer Rückkehr.
00:08:22: darum – faste will mal diese Situation zusammen!
00:08:25: Wie im Dornröschenschlaf schob sie hinterher.
00:08:29: Ein bisschen unpassend empfand Emi diese Wortwahl.
00:08:33: Das alles sah Willmar gar nicht ähnlich.
00:08:37: Geht es dir gut, wollte sie wissen?
00:08:41: Willmar hielt kurz inne so als fühlte sie sich ertappt und müsste ihre nächsten Worte weise wählen.
00:08:48: Dann sagte sie Ja ein bisschen schlapp Aber weißt du das war alles schlimm?
00:08:54: Ich würde mich gern einfach ein bisschen ablenken.
00:08:57: Nicht trübsal blasen wie alle anderen Das würden Kalle und Pimpf doch auch wollen.
00:09:02: Was Wilma sagte, schien plausibel.
00:09:05: Vielleicht half es nicht wenn nun alle ihr Leben Verlangsamten gar anhielten?
00:09:11: Vielleicht sollten sie mutigen Herzens weiterleben bis die beiden in ihr Leben zurückfanden.
00:09:18: Aua!
00:09:19: Emi fuhr zusammen denn plötzlich hatte Kalle ohne Vorwarnung ihr Handgelenk ergriffen und hielt es fest umschlossen.
00:09:27: Wilma rief sie, siehst du das?
00:09:29: Er hält mich fest, Kalle hat reagiert.
00:09:32: Wahrscheinlich ein unbewusster Reflex, versuchte Wilma den Moment herunter zu spielen.
00:09:37: Doch Emi sah weit aus mehr darin.
00:09:41: Los!
00:09:41: Wir müssen es seinen Eltern sagen.
00:09:43: Noch immer ließ Kalle nicht los auch wenn sich seine Augen ganz ruhig verhielten.
00:09:48: Seine Brust sich auf und absenkte kramfte doch seine Hand in Emis Handgelenk so als sei er in einem Albtraum unterwegs und brauchte ihre Hilfe oder Als wollte er jemanden warnen, dachte Emi.
00:10:06: Vorsichtig versuchte sie sich aus seinem Griff zu befreien – aber es dauerte bis Kalle von ihr ließ!
00:10:12: Aufgeregt kletterte Emi die Strickleiter ins Kinderzimmer hinunter und sah sich im nächsten Moment dem wütenden Gesicht von Wilma gegenüber.
00:10:22: Viel zu nah stand sie vor ihr, schnappte sich Emis Handgelenke und hielt sie fest.
00:10:27: Wenn du nur ein Wort davon woanders erzählst, wirst du's bereuen Amy erschrak.
00:10:34: So böse hatte sie Wilma noch nicht erlebt, so grundlos böse!
00:10:39: Was um Himmel zwillen war in Sie gefahren?
00:10:43: Ihre Freundin wirkte sehr beängstigend – auch weil sie größer und kräftiger war als Amy.
00:10:49: «Was macht ihr beide hier?« fragte Lila und holte sie aus dieser merkwürdigen Situation heraus.
00:10:56: Habt ihr Kalle besucht?
00:10:58: Sofort ließ Wilmer Emy's Hände los und stürzte aus dem Zimmer an Lila vorbei.
00:11:05: Die Frau sah ihr Fragen nach, und doch verständnisvoll!
00:11:09: Ist wohl weiterhin alles zu viel für sie oder?
00:11:12: Versuchte sie Emy die Situation zu erklären.
00:11:16: Für mich auch brach es aus Emy heraus.
00:11:19: Schluchzend fiel sie Lila in die Arme bei der so gleich ebenso dicke Tränen kullerten.
00:11:26: Tränen der Scham.
00:11:31: Emi gesellte sich nun offiziell zu all jenen, die lila lieb waren und die sie in eine furchtbar schwierige Situation geschickt hatte.
00:11:41: Sie hoffte und betete das alles gut werden würde dass die Zeit für sie spielte Und drückte Emi umso fester an sich.
00:11:53: Draußen der Weihl stand Wilmar mit dem Rücken an die Zimmerwand gelehnt.
00:11:59: Sie atmete schwer und machte sich große Vorwürfe.
00:12:03: Warum hatte sie ihre Gefühle nicht im Griff?
00:12:07: Ihr Plan war es doch gewesen, unbemerkt im Hintergrund zu agieren die Unschuldige zu mimen bis sie alles so aufgesetzt hatte wie es sein musste.
00:12:18: Doch schon jetzt lief sie Gefahr aufzufliegen.
00:12:22: Amy hatte sie vollkommen aus dem Konzept gebracht dass sie ihre Freundin unterschätzt hatte.
00:12:31: Sie würde sie im Auge behalten müssen, würde sich zusammenreißen müssen!
00:12:36: Sie selbst hatte es in der Hand ein Scheitern nicht zu riskieren.
00:12:43: Gedanken sind Macht.
00:12:46: Erinnerte sie sich an etwas das ihr Kalle einmal von seinem Großvater erzählt hatte?
00:12:52: Lerne sie zu kontrollieren aber lass sie nie dasselbe mit dir tun.
00:12:58: Welch weise Worte von diesem alten Mann, der da so hilflos in seinem Zimmer und Gefangen in seinen Träumen verblieb?
00:13:07: Und nun half ihren eigenen Plan umzusetzen.
00:13:12: Still und leise bedankte sie sich bei ihm.
00:13:17: Künftig würde Sie diesen Worten vollgeleisten und sich mehr und mehr in Ihren neuen Körper einfühlen – bis sie ihn besser und bald ganz beherrschte.