00:00:00: Kapitel forty-six.
00:00:03: Darf ich helfen?
00:00:05: Hörte Rufus eine leise schüchternde Stimme, die sich unbemerkt in die Küche geschlichen hatte.
00:00:11: Er kletterte aus Fridolin hervor, wischte sich etwas Staub aus seinem dunklen Bart und entdeckte Wilmar, die unbeholfen mit ihren Fingern spielte gegen die Tür lehnte und nervös aussah.
00:00:25: Rufos setzte ein freundliches Lächeln auf.
00:00:28: Wie geht es dir?
00:00:29: wollte er wissen?
00:00:31: Weiß nicht, entgegnete sie einzelbig.
00:00:34: Ich würde einfach gern irgendetwas tun um mich abzulenken.
00:00:39: Möchtest du mir nicht erzählen was euch passiert ist?
00:00:43: Rufus blickte sich ruhig an, Wilmer schüttelte den Kopf.
00:00:47: Ich weiß es ja selbst nicht.
00:00:50: Calles Vater spürte das es keinen Sinn hatte hartnäckig zu bleiben.
00:00:54: Der Geist dieses jungen Mädchens schien arg mitgenommen zu sein.
00:00:59: Nicht einmal traute sie sich nach Calle und Pimpf zu fragen.
00:01:03: Hier und heute würde er kein Wort aus ihr herausbringen, und er verstand sie nur zu gut.
00:01:08: Denn auch er lenkte sich mit der Arbeit an Fridolin von der Ungewissheit um seine Familie ab!
00:01:16: Wie wäre es wenn du Fridolins Schubladen und Einlagen raus in die Sonne stellst?
00:01:21: Während ich ihn wieder aufrichte.
00:01:24: Wilma nickte, schnappte sich die Bretter und brachte eines nach dem anderen auf die Terrasse.
00:01:29: Als sie das Holz berührte durch zuckte sie ein Gefühl, etwas Mächtiges.
00:01:36: Hier war sie genau wo sie sein wollte und auch sein musste.
00:01:40: hier fühlte sie Verbindung und ihre Chance endlich Gerechtigkeit walten zu lassen.
00:01:46: Hier wollte sie dafür sorgen dass alles wieder ins Lot kam so wie es schon längst hätte sein sollen.
00:01:53: Mit jedem Brett das sie tug fühlten sich mit Friedolin verbunden.
00:01:58: Sie spürte wie sie in seine Fasern regelrecht eindrang Und genau das fühlte sich gut an.
00:02:05: Diese Nähe, diese Verbindung zu dem was war und sein würde.
00:02:10: Zu dem was sie richten wollte.
00:02:11: Zudem was zaborsten war und nun neu zusammengesetzt wurde in ihrer Seele, in ihrem Herzen In ihrer Familie und in allem zwischen Himmel und Erde.
00:02:25: Sie hatte die Macht etwas neu zugestalten.
00:02:29: Ihre Fantasie und ihre Stifte schafften eine andere Wirklichkeit.
00:02:35: Wilma lächelte, denn sie wusste so lange sie malte würden die Dinge wieder gut!
00:02:42: Sie dachte an Kalle wie er oben in seinem Piratenbett lag.
00:02:46: Tiefschlafend – Die Welt verpassend!
00:02:49: Sie dachte an Helmi, die nicht mehr mit ihr sprach weil sie nicht konnte und die Ereignisse sie zu sehr verstört hatten.
00:02:58: Sie dachte an ihre Mutter, die weinend und ohnmächtig der Dinge harte und sich nicht im Entferntesten vorstellen konnte was den Mädchen passiert war.
00:03:09: Sie dachte Antinos, der in seiner Kindlichkeit versuchte Normalität herzustellen, der einfach alles so machte wie er es sonst auch tat und der nicht recht verstehen wollte warum sich alle um ihn herum so anders verhielten.
00:03:25: Auch dachte sie an Beno der abwechselnd seine Frau tröstete und dann wiederum mit Hinuss spielte.
00:03:33: Wilma dachte an ihre Großmutter, die vermutlich als einzige ahnte was hier vor sich ging, die ihrer enkelen Zeit ließ und darauf vertraute dass Wilmar selbst zu ihr kam sobald sie es wieder konnte.
00:03:48: Wilmer dachte an Pimpf, an Leela, an Adolfus und seine Mistonelli und auch an Emi ,die sie noch immer nicht wieder gesehen hatte.
00:03:57: All diese Menschen waren ihr Vertraut und fremd zugleich.
00:04:03: Und sie würde sie im Blick behalten müssen, sicherstellen das er niemand auf die Schliche kam, solange sie die Dinge nicht korrigiert hatte.
00:04:13: Sie würde sich verstellen müssen!
00:04:16: Sie würde alle täuschen und ihr Herz verschließen müssen.
00:04:20: Sie befürchtete dass Leonore und Lila ihr am gefährlichsten werden konnten – sie wussten viel Zu viel, denn sie sahen den Menschen direkt ins Herz.
00:04:34: Aber sie selbst hatte auch ein Jahr lang geübt sich von allen abzuschotten – das musste reichen um ihr innerstes zu verbergen!
00:04:44: Wimmer fühlte sich auf eine machtvolle Weise zersplittert und dabei so als würden alle Puzzleteile vor ihr liegen bereit zu einem Bild miteinander verbunden zu werden Zu ihrer Vision von einer Zukunft.
00:05:03: Solange sie sich abschottete, würde sie die Dinge gefahrlos vorantreiben.
00:05:09: Das Mädchen tug also ein Brett nach dem anderen ins Freie.
00:05:13: Jedes Brett stand für einen Teil über den Sie gerade nachdachte.
00:05:19: Es fühlte sich an als wenn sie alles was sie kannte auseinander nahm.
00:05:25: um es neu zusammenzufügen Werden hatte diese Geschichte begonnen.
00:05:32: Er hatte sie auf seine Art erzählt, hatte düstere Kapitel beigetragen und sämtliche Beteiligten ins Unheil gestürzt.
00:05:41: Sie würde seine Geschichte verändern und neue Seiten hinzufügen!
00:05:48: Sie würde ihm seine gerechte Strafe zukommen lassen, der er bisher entflohnt war.
00:05:54: Jedes Brett von Friedolin, dass sie nach draußen trug war ein Stück von ihm.
00:06:00: Ein Streif seiner Persönlichkeit, ein Teil seiner Macht, ein Teil von Werden.
00:06:07: Wilmar würde ihm diese Macht nehmen und Friedolin für immer vernichten.
00:06:14: »Wilmar!
00:06:15: Du hast hier noch eine Schublade vergessen« rief Rufus aus der Küche.
00:06:19: Wilma lachte diebisch in sich hinein.
00:06:22: Sie lief ins Haus und holte sich Ein weiteres Puzzleteil zu ihrem Glück.