00:00:00: Kapitel thirty-six.
00:00:02: Es war Stockfinster, Kalle fühlte sich in die ersten Sekunden in den Zwischenräumen zurückversetzt, die er im vergangenen Sommer zwischen Himmel und Erde kennengelernt hatte – ein Ort an dem man gelangte wenn man auf seiner Reise nach Wolkenheim eine falsche Abzweigung nahm.
00:00:22: Damals wie heute konnte er gar nichts sehen.
00:00:27: Nichts vor seinen Augen wollte sich abzeichnen oder Umrissepreis geben.
00:00:32: Was war nur passiert?
00:00:34: Eben noch war er mit seinem Großvater vor der Unruhe der Unruhigeister geflüchtet, war wagemutig in diesen Stachelbusch gesprungen – der eine weitere Erinnerung seines Opers umschloss.
00:00:47: und dann war hier gelandet.
00:00:51: Allein!
00:00:52: Er traute sich nicht zu flüstern.
00:00:55: Er traurte sich nicht hinter seine Ohren zu langen.
00:00:59: Jede Aktivität hätte ihm die Bestätigung liefern können, tatsächlich allein zu sein.
00:01:07: Auf diese Bestätigung wollte er nur allzu gern verzichten – sie erschien ihm unüberwindbar unbehaglich!
00:01:16: All die Dinge, die in den letzten Stunden oder waren es schon Tage auf ihn eingeprasselt waren, verlangten ihm mehr ab als er einbringen konnte….
00:01:26: Die Tiefsee nahm ihm jegliches Gefühl für Zeit und sie veränderte die Beziehung zu seinem Großvater.
00:01:35: Was geschah hier mit ihm?
00:01:37: Was löste die Konfrontation mit seiner Vergangenheit in ihm aus?
00:01:43: Pimpf wurde zu einem Kind, und Kalle zu demjenigen der sich nun um ihn kümmern musste – verkehrte Rollen, die der zwölfjährige Kaumbegriff annehmen wollte, gar konnte.
00:02:00: Er schüttelte seine blonden Locken, griff sich ratlos in die Haare und atmete tief aus.
00:02:07: Sein Atem erschreckte ihn!
00:02:10: Es war der erste hörbare Laut seitdem er hier gelandet war.
00:02:16: Was wohl seine Mutter gerade tat?
00:02:19: Wie gern hätte er sie um Rat
00:02:20: gefragt?!
00:02:22: Wie gern wäre er in den starken Armen seines Vaters versunken, hätte seinen Kopf an dessen Brust gedrückt und seinem beruhigenden Herzschlag gelauscht.
00:02:33: Er konnte die Möwen rund um ihr Haus in Lommelunder förmlich kreischen hören – dem beruhigenen Gleichklang der Ostsewellen.
00:02:43: das vertraute Rumoren seines vaters wenn er ihm das Essen in der Küche anrichtete.
00:02:49: Daran hatte sich nichts geändert!
00:02:52: Auch nicht mit der Rückkehr seiner Mutter in ihr Leben.
00:02:55: Rufus war noch immer der, der für sie kochte.
00:03:00: Kalle sah sich selbst wie er an der Stallküste entlang polzte und seine Mutter winkte – wie sie ihn von ihrem Lieblingsplatz auf der Veranda beobachtete, wie sie ihm liebevoll zulächelte… Und wie sich Rufuss zu ihr setzte!
00:03:17: Beide würden kuscheln, beide würden sich küssen so wie sie es das ganze letzte Jahr getan hatten.
00:03:23: Eine Harmonie die Kalle sehr genoss.
00:03:27: Zwar rasselten Sie ab und zu aufgrund ihrer Gegensätze ebenso in einen Streit aber immer fanden sie wieder Wege zueinander.
00:03:37: Kalle lächelte.
00:03:38: Er sah die beiden ganz genau vor sich.
00:03:41: Er roch die Ostseeluft.
00:03:43: er atmete die Ruhe ein Die er allein mit seinen Gedanken geschaffen hatte, denn das war Calles Talent.
00:03:52: Das was er durchdachte wurde real wenn er nur alle Ablenkungen ausschaltete Hier und jetzt dieser Moment in den er sich manövriert hatte.
00:04:06: Er war der erste indem nichts seine Aufmerksamkeit verlangte.
00:04:13: Er hatte sich im Geiste von allem verabschiedet.
00:04:16: Seine Fantasie schuf eine neue Welt.
00:04:20: Seine Welt!
00:04:22: Seit dem Gehörgang mit Pimpf fand er erst jetzt wieder zu sich, erst jetzt war er fähig zu denken und seine Gedanken auch zu hören – so war es immer gewesen, so war sein Leben, so funktionierte er.
00:04:39: Wenn die Eindrücke Kalle überfluteten wenn alles um ihn herum zu laut wurde dann war es ihm unmöglich seinen eigenen Überlegungen zu folgen.
00:04:49: Dann biemte er sich in seine Fantasie, denn Kalle Molander war schon immer ein kleiner Träumer gewesen – einer der in seinen Gedanken so viel Phantasie entwickelte dass er aus dem hier und jetzt einfach verschwand.
00:05:06: Ja wirklich!
00:05:08: Verschwand.
00:05:09: Und wenn er einmal verschwunden war dann holte ihn nichts so schnell wieder zurück.
00:05:15: Kalles Einbildungskraft war immens und so verblieb er dort, wo er sich am Wohlsten fühlte in seiner Wolke ausgedanken.
00:05:27: Und diese Wolke sah er nun ganz klar vor sich!
00:05:32: Er hob seine Hand, hob seinem Mundwinkel und winkte seinen Eltern entgegen.
00:05:37: Er drehte seinen Kopf sah hinaus auf die Ostsee.
00:05:40: Er warf einen Stein und hörte wie dieser mit einem Klatsch und einem Blub in den Wellen versank.
00:05:48: Er klopfte sich den Staub von den Knien seiner kurzen Jeans mit dem Grasflecken, wischte sich die Hände am grauen T-Shirt mit dem Kessenprint eines Skaterboy ab und setzte sich in Bewegung.
00:06:00: Er trug seine Lieblingsklamotten und gleich würde er in die Arme seiner Eltern fliegen.
00:06:06: Gleich würde es Milchreis mit Zucker und Zimt geben – sein Lieblungsessen!
00:06:11: Gleich wäre seine Welt Wieder in Ordnung.