HörGut | Wolkensein, Tiefseemein, Erdendein

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Transkript

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00:00:00: Kapitel thirty-two.

00:00:03: Lila saß auf der Terrasse und beobachtete, wie die Wanderwins ihr Feriendomizil bezogen.

00:00:09: Stück für Stück luden sie alles aus dem Auto und hogen es in ihr Haus.

00:00:14: Anni ging voraus, Tinos flitzte hinterher, Beno schleppte sich mehrere Male wie ein Packesel beladen ins Haus und wieder zum Auto zurück.

00:00:24: Zuletzt humpelte eine ältere Frau an Krücken durch die Tür.

00:00:29: Lilas Mund umschlich ein Lächeln.

00:00:33: Das war also die Frau, die ihr geholfen hatte – sie war furchtbar gespannt, Wilmers Oma kennenzulernen!

00:00:41: Wie in jedem Sommer ging auch in diesem Jahr Ihr eigener traurig-brauner trockener Rasen im saftigen Grün des Nachbargrundstückes auf.

00:00:50: Die Grenze zwischen beiden war auch ohne Zaun wunderbar zu erkennen.

00:00:55: Wie ein Mahnmal grub sich diese Linie durch den Boden und führte gnadenlos allen Besuchern der Stallküste vor Augen, dass die Molanders sogar keine Lust auf eine gut fräseerte Grünfläche hatten.

00:01:08: Lila schmunzelte – sie liebte diese wenig angepasste Art ihrer Familie!

00:01:14: Unangepasst war echt und authentisch und etwas woran man sich reiben konnte.

00:01:20: und genau solche Reibungen brachten Sie alle miteinander

00:01:23: voran."

00:01:24: dachte die Frau.

00:01:27: Rufus, Sie sind da!

00:01:29: rief Lila.

00:01:31: Sollen wir Kaffee und Kuchen bereitstellen?

00:01:32: Sie werden doch bestimmt hungrig sein von der langen Reise.

00:01:36: Heißt dieses Wir das ich mal Kaffees ansetze?

00:01:41: Rufuss linste aus der Tür und gab seiner Frau mit einem Zwinkern zu verstehen dass er es nicht bös meinte.

00:01:48: Lila schickte ihm dankbar ein Luftküsschen und nickte Du verstehst mich lachte sie.

00:01:54: Dann verschwand das Gesicht ihres Mannes wieder im Haus.

00:01:57: – Grüß dich, Lila!

00:01:59: Wie geht's dir denn?

00:02:01: Adolfus war auf die braune Erde getreten und stieg nun die Treppe zu ihrer Veranda hoch.

00:02:08: Großgewachsen und schlank mit einem ordentlich gestupsten Vollbad sah er jünger aus als er eigentlich war.

00:02:15: Die blaue Korthose, die braunen Sandalen und das weiße weit flatternde Hemd kleideten ihn ungemein.

00:02:24: Sie sind also wieder da, die Wanderwins.

00:02:27: Schön!

00:02:28: Er setzte sich.

00:02:29: – Grüß dich mein Lieber, sagte Lila.

00:02:32: Wie geht es dir und Emy und Daisy?

00:02:34: – Wunderbar, ganz wunderbar, freute sich Adolfus.

00:02:38: Die beiden sind gerade auf dem Markt und wollen danach einen Kuchen backen.

00:02:42: Apfel zimt habe ich gehört.

00:02:45: Hörten sie Rufus von drinnen der ganz offenbar ihr Gespräch belauschte.

00:02:50: Emy ist so ein liebes Kind, fügte Adolfos an freundlich und immer gut gelaunt eigentlich erstaunlich.

00:02:57: Ich weiß gar nicht, ob ich sie je verärgert oder unkontrolliert erlebt habe seit wir aus den Wolken zurück

00:03:04: sind.".

00:03:05: Was macht das Ischias?

00:03:07: Er kündigte sich Lila besser – viel besser!

00:03:10: Der Arzt meinte, ich solle mich noch anderthalb Wochen schonen und dann sei der Spuk auch vorbei.

00:03:15: Sag mal wo ist ein

00:03:16: Artor?".

00:03:18: Lila zuckte angesichts der Frage zusammen Als sie Kalle und ihren Schwiegervater in die Tiefsee schickte, hatte sie nicht an Pimpsfreunde Adolfus und dessen Mistonelli gedacht.

00:03:30: Klar dass diese sich wundern würden!

00:03:31: Klar dass sie irgendwann fragten und die gemeinsamen Spaziergänge vermissten….

00:03:37: Lila wusste, Lügen war keine Option.

00:03:40: Sie alle hatten zusammen zehn Jahre in den Zwischenräumen zwischen Himmel und Erde verbracht – Verband von Oleana!

00:03:47: Sie kannten einander inn- und auswendig und Adolfus würde sofort spüren wenn sie ihm die Unwahrheit erzählte.

00:03:55: Ich habe ihn und Kalle in die Tiefsee geschickt, sagte sie deshalb frei heraus.

00:04:00: Und jetzt war es Adolfos der Zusammenzugte.

00:04:05: Wieso in Gottes Namen hast du das getan?

00:04:09: Weil er sich mit sich und seiner Vergangenheit auseinandersetzen muss, weil er sich verzeihen muss.

00:04:15: Und weil er endlich dieses Dilemma zwischen Sich- und Oliane auflösen

00:04:19: muss.".

00:04:21: Adolfus sah Lila direkt in die Augen.

00:04:24: Wer entscheidet dass er das muss?

00:04:27: Ich!

00:04:28: Lela blieb standfest, während Adolfus so instinktiv wie irritiert seinen Stuhl zurückschob auf den er sich gerade erst gesetzt hatte.

00:04:37: Du schickst deinen zwölfjährigen Sohn in die unergründlichen Tiefen deines Schwiegervaters?

00:04:43: Bist du noch ganz bei

00:04:44: Trost?!

00:04:46: Adolfes hatte sich von seinem ersten Schreck erholt und zeigte sich entsetzt.

00:04:51: Ach!

00:04:51: Pappala-Papkalle ist weiter als wir alle zusammen in seinem Alter.

00:04:56: Ja, vielleicht wenn es darum geht es mit Ulyana in den Wolken aufzunehmen aber doch nicht mit den Unruhegeistern und den Schatten in einer Welt die er noch nie gesehen hat.

00:05:07: Adolfus wurde immer ungehaltener.

00:05:09: was hast du dir dabei gedacht?

00:05:12: Lila ließ sich nicht beirren.

00:05:14: ihr kurzes Haar glänzte gefährlich Violett und Messerscharf bis in die Spitzen.

00:05:20: Ich habe mir gedacht dass hier jeder seit Jahren deinen guten Freund Arthur in Watte packt Dass ihm das aber nicht hilft und dass er sich deshalb seiner Vergangenheit und seinen blinden Flecken stellen muss.

00:05:31: So!

00:05:33: Wir alle haben blinde Flecken-Grollte Adolfus, und stützte sich mit beiden Armen auf den Tisch.

00:05:41: Mit ganzer Größe lehnte er sich lila entgegen doch die ließ ich von seiner Geste nicht beeindruckend.

00:05:48: Jedes Mal flippte aus wenn ihn diese alte Geschichte streift Und er weiß nicht warum.

00:05:52: Ich bin es Leid Dann solltest du vielleicht in die Tiefsee gehen.

00:05:58: Schließlich ist das dein Problem und nicht seines, und schon gar nicht das deines Sohnes!

00:06:05: Für einen ganz kurzen Moment wirkte Lila irritiert und sah kleine weiße Punkte.

00:06:11: Irgendetwas klingelte in ihr, irgendetwas hatten Adolfus letzte Worte in ihr angesprochen – aber sie wüsste sie weg.

00:06:20: Wilma und Hemi sind ja auch bei ihnen.

00:06:22: trotzte sie um nicht reagieren zu

00:06:25: müssen.".

00:06:26: Herr Gott Leela, du schickst auch diese beiden jungen Mädchen in die dunkle Ungewissheit?

00:06:31: Ist dir denn überhaupt nichts mehr

00:06:33: heilig?!

00:06:34: Ich weiß wirklich nicht was dein Problem ist.

00:06:37: Die Kinder haben im vergangenen Sommer bewiesen... ...was sie auf dem Kasten haben!

00:06:41: Sie haben uns aus den Zwischenräumen befreit wenn ich dich daran erinnern darf und da wussten sie noch nicht einmal das es fremde Welten gibt.

00:06:56: sehr eindringlicher, sehr tiefer Stimme.

00:07:00: Wolkenheim ist nicht die Tiefsee!

00:07:04: In Wolkenhaim hatten sie Unterstützung.

00:07:07: Wolckenheim war nur der Anfang aber die TIEFSEE... ...ist vielleicht ihr Ende?

00:07:12: Nein!

00:07:13: schrie Lila Die Tiefsee isst er Weg zu uns selbst und das kann auch Kinder nicht schaden.

00:07:21: Lila ich erkenn dich gar nicht wieder.

00:07:23: Du siehst nur was du sehen möchtest die Gefahren für alle anderen.

00:07:29: Was glaubst du, wie Arthur in der Tiefsee reagiert?

00:07:32: Was glaubest Du, wie die Kinder mit all seinen überbordenden Gefühlen umgehen werden – Mit seiner Scham!

00:07:39: Mit seiner Schuld!

00:07:41: Mit deiner Furcht und seinem Leid!

00:07:44: Er wird sich nicht im Griff haben und sie vollkommen verstören.

00:07:49: Lila es ist nicht gut Sie alle in die Irrungen und Wirrungen der Tievesee zu

00:07:54: entlassen.".

00:07:55: Was wenn sie sich da unten verlieren und nie wieder zurückkommen?

00:08:00: Das Leben wäre verdammt langweilig, Wenn wir uns nicht ab-und zu verirrten.

00:08:05: Stellte Lila fest Du überschätzt dein Urtheitsvermögen Lila, sagte Adolfus und wendete sich ab.

00:08:12: Kaffee ist fertig!

00:08:14: Rufus kam auf die Terrasse und brachte ein Tablett mit Von dem es herrlich duftete Nach warmem Strudel Und frisch gemahlenen Bohnen.

00:08:23: Nein danke mein lieber entschied Adolfos Nichts für ungut, aber mir ist der Appetit vergangen.

00:08:30: Er klopfte Rufus auf die Schulter, schob sich an ihm vorbei und verschwand ins Haus.

00:08:35: Rufuss sah seine Frau fragend an – Aber die winkte nur wild schnaubend ab!