00:00:00: Warum hast du mir all das nicht schon viel früher erzählt?
00:00:06: fragte Helmi während sie und Wilma auf dem Rücken des Walz durch dieses schier unendliche Meerdrifteten.
00:00:14: Ich weiß nicht, weil ich es am Anfang glaube ich selbst erst mal verarbeiten musste.
00:00:19: Im vergangenen Sommer da ist soviel Neues, so viel Unglaubliches geschehen!
00:00:24: Ich konnte das selbst kaum begreifen und deshalb auch niemandem erzählen.
00:00:30: Das Ganze ist ein Jahr her, insistierte Helmi.
00:00:35: Es hätte tausend Momente gegeben mehr von deiner magischen Kraft und deinen Abenteuern in Wolkenheim zu
00:00:41: erzählen.".
00:00:43: Ich weiß, räumte Wilmer ein.
00:00:46: Ihr Pferdeschwanz lag wie eine kreisrunde Sonne auf der Haut des Wahls.
00:00:52: Die Mädchen schauten Rücken an Rücken mit dem Tier in das Weiß über ihnen Und du hast dieses blaue Bild an deiner Wand wirklich nicht selbst gemalt?
00:01:03: Nein, habe ich nicht.
00:01:06: Wilma setzte sich aufrecht in den Schneidersitz – sie suchte nach irgendetwas das die Eintönigkeit dieses rot-grauen Meeres unterbrach….
00:01:16: …nach Land oder Konturen aber es gab an diesem Ort rein gar nichts!
00:01:22: Nur eine Unendlichkeit aus weiß-, rot und grau.
00:01:28: Was glaubst du, wo wir hier sind?
00:01:30: – wollte Helmi wissen.
00:01:32: Sie hatte sich auf den Bauch gedreht, ihr Gesicht in ihre Hände gestützt und die Beine nach oben angewinkelt.
00:01:39: Das frage ich mich auch, gab Wilma ihr zur Antwort und zog sich dem Gummi ihres Pferdeschwanzes fester.
00:01:46: Und wer oder was sind diese Schatten da unter der Wasseroberfläche?
00:01:51: Kannst Du nicht eine Maschine malen, die uns all diese Fragen beantwortet?
00:01:56: Beide Mädchen lachten!
00:01:58: Nein, ich kann nur etwas malen das es auch gibt und dann magisch einsetzen.
00:02:04: Schade, maulte Helmi!
00:02:07: Wir sind in der Tiefsee, kam es aus dem Bauch des Wahls?
00:02:13: Die jungen Damen erschraken.
00:02:14: Es war noch immer ungewohnt mit einem Meereszeuger zu reden.
00:02:20: In der TIEFSEE wiederholte Wilma Im Unterbewusstsein aller ist nicht immer schön Kann ich euch sagen, aber teilweise recht erhellend.
00:02:35: Weimar staunte und hatte noch nie darüber nachgedacht was das eigentlich war – dass Unterbewusstsein!
00:02:44: Es gibt das was wir bewusst erleben und wahrnehmen erklärte ihr der Wahl.
00:02:51: Dass wir jetzt miteinander reden zum Beispiel.
00:02:54: Und dann gibt es das was unter der Oberfläche des Bewussten liegt Das, was uns manchmal in unseren Träumen ereilt.
00:03:04: Die Mädchen schwiegen und versuchten sich vorzustellen, was ihnen der Wahl gerade erklärt hatte.
00:03:10: Er war offenbar überaus intelligent – und im Übrigen so lang dass sie das Ende seines Körpers im Moment nicht erkennen konnten!
00:03:20: Was meinst du damit?
00:03:21: es ist nicht immer schön?
00:03:24: fragte Helmi.
00:03:26: Nun…in unserem Unterbewusstsein Stecken nicht nur die guten Erinnerungen, sondern auch Angst und Enttäuschungen.
00:03:35: Sorgen!
00:03:36: Und nicht verdauter Ärger.
00:03:39: Menschen sammeln im Laufe eines Lebens alles Mögliche an Gefühlen ein, die dann in unterbewussten Weiterarbeiten.
00:03:48: Ihr müsst nur mal den Schatten da unten zuhören – dann werdet ihr verstehen was ich meine?
00:03:54: Die Schatten
00:03:54: sprechen?!
00:03:56: Was erzählen sie
00:03:56: dir!?
00:03:57: Erkundigte sich Wilmer, die erneut in ihren Fragemodus verfallen war mit dem sie vor allem Kalle mächtig auf den Zeiger gehen konnte.
00:04:06: Sie schmunzelte in Erinnerung an den blonden Lockenkopf bei dem sie in diesem Moment eigentlich hätten sein sollen und plötzlich verging ihr das Lächeln.
00:04:16: Ohne die Antwort des Wahls abzuwarten packte sie Helmys Arm.
00:04:20: Aua!
00:04:21: schrie die und Vorsicht bitte.
00:04:24: da ist ein Mensch dran.
00:04:26: Sie strich sich über die schmerzende Stelle.
00:04:29: Alle daheim werden sie schreckliche Sorgen machen, platzte es aus Wilmar
00:04:32: heraus.".
00:04:33: – Das fällt dir jetzt ein, frotzelte Helmi!
00:04:38: Darüber denke ich schon die ganze Zeit nach.
00:04:40: aber wir können nichts tun und ihnen nicht sagen dass es uns gut geht.
00:04:46: Tatsächlich waren Wilmar erst jetzt wieder Gedanken an ihre Familie gekommen.
00:04:51: Zuvor hatten sie all die neuen Eindrücke zu sehr beschäftigt.
00:04:57: Möchte das junge Fräulein noch eine Antwort?
00:05:00: Er kundigte sich der Wahl höflich.
00:05:02: Ach so, ja klar!
00:05:04: Gern, erwiderte Wilma.
00:05:07: Die Schatten erzählen wirres Zeug zusammenhanglos ohne Anfang und Ende.
00:05:13: Manche hassten durch die See auf der Suche nach irgendwem und irgendetwas von dem sie nicht wissen was es sein könnte.
00:05:23: Andere lassen sich treiben in denen wie Sie es nennen Strömung in ihrer Vergangenheit.
00:05:30: Die Mädchen sahen einander an, das klingt wirklich wirr, sagte Helmi.
00:05:36: und so warm ist es hier!
00:05:39: Sie krämpelte die Beine ihrer Jeans nach oben, stopfte die Socken in ihre Hosentaschen und öffnete ihr dunkelblaues Hemd, dass ein türkisfarbenes Toppreis gab.
00:05:51: Hörst du noch mehr?
00:05:52: fragte Wilma.
00:05:54: Nun als Wahl kann ich zweitausend Kilometer weit hören.
00:05:59: Da hört man so einiges, aber es ist nicht nur das Hören – ich kann sie auch spüren diese armen Seelen Sie und ihre Unruhe.
00:06:11: Helmi lehnte sich weit über die linke Seite des Walz hinaus und beobachtete das Meer und seine Schatten.
00:06:19: Ich glaube es gibt einen Grund warum wir hier sind, überlegte sie.
00:06:25: Portale öffnen sich ja nie einfach so.
00:06:28: Irgendwann ist die Zeit reif und plötzlich gehen vier Kinder durch den Schrank nach Narnia.
00:06:35: Die gedankliche Brücke, die Helmi schlug, stimmte Und auch ihr Abenteuer im vergangenen Sommer hatte einen Zweck verfolgt – die Rettung der Wolklinge.
00:06:46: mit samt ihren Gefühlen.
00:06:48: Ich weiß nicht ob es wichtig ist meldete sich der Wahl erneut aber ich habe vorhin ein Gespräch belauscht Weit von uns entfernt, ich kann gar nicht sagen wer da gesprochen hat.
00:07:00: Nur dass es ein Mann und eine Frau waren.
00:07:02: Einer nannte sich Benderoog.
00:07:05: Bei diesem Namen zuckte Wilma zusammen.
00:07:08: Sie konnte sich nur allzu gut an diesen fruchtbar schleimigen Köter erinnern der vermutlich seine Mutter verkauft hätte nur um einen Vorteil für sich herauszuschlagen.
00:07:19: Der Bänderoog ist hier?
00:07:22: Kennst du ihn?
00:07:23: Wollte Helmi wissen und Wilma erzählte in Windeseile stichpunktartig, was sie über ihn wusste.
00:07:30: Sie vermutete dass jene Frau von der der Wahl gesprochen hatte wohl Ulyana sein musste.
00:07:36: Worüber haben sich die beiden unterhalten?
00:07:40: Es ging um ein Flackern und ein Flüstern...und um Farben!
00:07:45: Wilmar lief es eiskalt den Rücken herunter tatsächlich.
00:07:48: Es war ulyana und ganz offenbar hatte sie ihren Plan noch immer nicht aufgegeben.
00:07:55: Sie trachtete weiter nach all dem Bunden in dieser Welt.
00:07:59: Der Wahl fasste das Gespräch in seinen Einzelheiten zusammen und erzählte dabei auch von jenen Irrlichtern, die den Schatten über- und unter der Wasseroberfläche um die Nase spuckten.
00:08:13: Er berichtete von einer gewissen Unruhe, die sie unter ihnen verbreiteten – und von Oleanas Plan, die Irrlichder auszuschalten!
00:08:24: Will man nahm ihren Pferdeschwanz zwischen die Zähne und kaute darauf herum?
00:08:29: Es war furchtbar kompliziert, den Worten des Wahls zu folgen.
00:08:33: Du sagst also – Die Lichter flüstern den Schatten etwas ins Ohr.
00:08:39: Etwas das sie unruhig werden lässt!
00:08:42: Sie dachte laut und wiederholte das Gehörte weil es ihr Halb zu verstehen Und Ulyana will diese Ruhe abstellen um sich alle Farben dieser Welt zu nehmen.
00:08:53: Halb Ihr Helmi.
00:08:54: Gemeinsam versuchten sie, Gedanke für Gedanken zusammenzusetzen.
00:09:00: Aber wo ist der Zusammenhang?
00:09:04: Ich glaube, mischtet sich der Wahl in ihre Überlegungen.
00:09:08: diese Lichter verbreiten eine Art schlechtes Gewissen.
00:09:14: Sie stiften Unruhe ganz tief in der Seele der Menschen.
00:09:17: wenn die sich zum Beispiel schlecht verhalten also grob unsozial egoistisch.
00:09:24: und Wenn man dieses schlechte Gewissen ausknipst, schlussfolgerte nun Helmi – dann kann das Böse überall schalten und walten wie es will.
00:09:36: Das ist der Grund warum wir hier gelandet sind, Helmi!
00:09:39: Um die Unruhegeister zu beschützen.
00:09:41: Rot stand ihr nun die Aufregung in die Wangen geschrieben.
00:09:45: Sie erhob sich bereit ihre Mission
00:09:47: anzunehmen.".
00:09:49: Wir müssen Oleana davon abhalten, die Stimmen der Unruhegeister in uns allen verstummen zu lassen.
00:09:57: Nach dieser neu gewonnenen Erkenntnis trat erst mal Schweigen rein.
00:10:02: Der Wahl driftete einfach nur dahin und sie alle ließen Sacken was sie gerade gemeinsam herausgefunden hatten.
00:10:10: Mir war nie wirklich bewusst das Unruh offenbar ihr Gutes hat, überlegte
00:10:16: Helmi."
00:10:18: Ich glaube, das war nicht mal meinem Unterbewusstsein klar," lachte Wilmer.
00:10:22: Der allmählich dämmerte, worin der Unterschied bestand.
00:10:28: Kannst du uns zu Ulyana und dem Bänderog bringen?
00:10:31: fragte Wilmer und wischte sich mit dem Unterarm über die Schweißnasse Stirn.
00:10:35: Meinst Du, dass ist eine gute Idee?
00:10:38: zögerte Helmi.
00:10:40: Es könnte gefährlich werden!
00:10:42: Stimmt, aber wir haben ja immer noch meine Magie beschwichtigte Willmer und klopfte sich zuversichtlich auf die Brusttasche ihres Ladzogs.
00:10:51: Ich kann ihrer Frequenz folgen, erwiderte der Wahl – aber es wird dauern bis wir bei ihnen sind!
00:10:58: Weißt du was?
00:10:59: Lieber Wal ich glaube, wir nennen dich Moneo.
00:11:03: Was hältst Du davon?
00:11:05: Wieso Moneow fragte Helmi?
00:11:08: Tja Hier zeigt sich wer in Latein aufgepasst hat, meine Liebe.
00:11:12: Moneo steht für einen Berater und ich finde genau das hat unser neuer Freund gerade unter Beweis gestellt.
00:11:20: Wie zur Bestätigung entließ Moneow eine kleine Dusche aus seinem Atemloch quasi ein sprudelndes Like dass ihm sein Neuer Name gefiel.