00:00:00: Kapitel XXI.
00:00:02: Die Hitze zieht an.
00:00:06: Wir müssen sofort los, wir müssen zurück nach Berlin!
00:00:08: Schreani in schierer Panik Gegenüber der Zugbegleiterin.
00:00:13: hatte sie sich gerade so beherrschen und irgendeine Notlüge erfinden können warum Wilmer & Helmi nicht wie vereinbart am Bahnhof erschienen waren.
00:00:23: Weshalb sie gelogen hatte wusste sie selbst nicht so genau.
00:00:26: Ein Kurzschluss vermutlich Scham vielleicht.
00:00:30: Nun ließ sie ihren Tränen freien Lauf, wählte abwechselnd die Nummern von Wilmers und Helmys Handy und erreichte weiterhin keines der beiden Mädchen.
00:00:41: Wo sind Sie?
00:00:43: Wimmerte sie unter Träne, weshalb nun auch Tinos zu Weinen begann.
00:00:48: Beruhige dich!
00:00:49: Beno legte ihr einen Arm um die Schulter, nahm sie dann fest in beide Arme und flüsterte ihr ins Ohr... Du musst jetzt stark sein.
00:00:59: Für Tinos Du machst ihm Angst.
00:01:02: Wir müssen die Polizei bei uns daheim vorbeischicken, Beno schluchzte Annie.
00:01:07: Sie werden schneller da sein als wir!
00:01:10: Kommt, Tinos, kümmerte sich nun Leonore.
00:01:13: Wir gehen mal zusammen in die Küche und schauen ob wir da noch ein kleines Hanfplätzchen zur Beruhigung für uns alle finden.
00:01:21: Jetzt ist wohl kaum dich richtige Zeit für deine albernen Scherze, brach es wütend aus Annie heraus.
00:01:28: Im Fall Beno, der erneut den verängstigten Blick seines Sohnes bemerkt hatte.
00:01:33: Und Ani noch fester umarmte.
00:01:36: Kommt Schatz!
00:01:37: Wir probieren es erstmal bei unseren Nachbarn.
00:01:40: Damit zog er sie aufs Sofa und wählte die entsprechende Telefonnummer.
00:01:44: Während Leonore an Krücken in die Küche humpelte und Tinos hinter sich her navigierte.
00:01:51: So mein Krümel.
00:01:52: jetzt machen wir uns mal warme Milch und setzen dich hier auf diesen Stuhl.
00:01:57: Dann hast du eine wunderbare Aussicht auf all das, was deine Oma nun zaubern wird.
00:02:02: Sie stellte die Krücken beiseite, stützte sich an der Arbeitsfläche ihres Küchenschrankes ab und fingerte aus einem der Hängeschränke eine alte Schachtel hervor.
00:02:12: Die habe ich immer für Notfälle", flüsterte Sithinos zu.
00:02:16: Die Zuversicht seiner Oma tat ihm gut.
00:02:19: so langsam kam wieder Farbe in seine Wangen.
00:02:22: Was ist mit Wilmar?
00:02:25: Was war das für ein Zettel in ihrem Mahlbuch?
00:02:28: Willmar geht es gut, mein Krümelchen.
00:02:31: Hat sie dir eine Geheimbotschaft
00:02:33: geschickt?"
00:02:34: fragte der Sechsjährige so leise wie verschwörerisch als existierte zwischen ihm und seiner Oma einen geheimer
00:02:41: Bund.".
00:02:42: Das hat sie aber pssst!
00:02:44: Kein Wort zu deinen Eltern machte nun auch Tinos und armte seine Oma mit einem gewichtigen Lächeln nach indem er sich seinen Zeigefinger vor die Lippen hielt.
00:02:57: Leonore setzte einen Topf Milch auf, goss etwas Honig hinein und friemelte ein paar schwarz verschrumpelte Kerne aus der geheimnisvollen Schachtel.
00:03:08: Sie zerstieß sie in einer Keramikschale und setzte augenblicklich einen lieblichen Geruch frei.
00:03:15: Das ist ein ganz altes Gewürzmeinkrümmel!
00:03:18: Tonkarbonen – sie stammen von dreißig Meter hohen Bäumen im Urwald.
00:03:24: schon unsere Uhr-Uhr Urahnen haben sie verwendet, um ihre Stimmung aufzuhellen.
00:03:31: Das wird uns jetzt gut
00:03:32: tun.".
00:03:33: Tinos nickte denn seine Oma hatte immer die besten Ideen und er sah aufmerksam zu wie ganz vorsichtig ein Teil der schwarzen Masse in dem weißen Meer aus Milch versankt.
00:03:46: Mit einem großen hölzernen Kochlöffel rührte Leonore darin herum Dampf stieg auf und einen Hauch von Vanille machte sich breit von Butterkaramell und Mandeln.
00:03:59: Es duftete einfach betörend, und schon umspielte ein leichtes Lächeln die Lippen des kleinen Tinos.
00:04:06: Nach und nach gab Leonore die Milch in drei große Gläser – eines stellte sie Tinos vor die Nase, die anderen beiden auf einen Tablett.
00:04:15: So Krümelchen!
00:04:16: Und jetzt musst Du Deiner Oma bitte helfen und das Tablett ganz vorsichtig zu deinen Eltern bringen.
00:04:21: Machst Du das für mich?
00:04:23: Der Junge nahm einen vorsichtigen Schluck aus seiner Milch und balancierte dann die Gläser ins Wohnzimmer.
00:04:30: Zurück blieb eine zufrieden, lächelnde Leonore, die sich ihre Brille zurechtrückte, die Hände am Stoff ihres Kleides abrieb und ihrem Enkel hinterherging.
00:04:42: Danke dass ihr nachgeschaut habt, hörte sie Annie am Telefon sagen bevor diese erneut in Tränen ausbrach.
00:04:49: Es ist keiner daheim!
00:04:51: schluchzte sie.
00:04:52: Die Nachbarn haben geklingelt, aber es hat niemand geöffnet.
00:04:54: Beno wir müssen die Polizei rufen!
00:04:58: Das übernehme ich für euch, mischte sich Leonore in das Gespräch der beiden und ihr nehmt der Weil mal einen Schluck warme Milch – das beruhigt die Nerven.
00:05:08: Danke Mama, hauchte Anni kraftlos zwischen zwei Schluck aufs.
00:05:12: Danke dass du uns unterstützt.
00:05:14: Na klar doch.
00:05:15: Leonore strich ihrer Tochter über die Haare und reichte ihr das Glasmilch.
00:05:21: Riecht wunderbar.
00:05:22: Er widerte diese und nahm ebenso vorsichtig wie ihr Sohn zuvor einen heißen Schluck.
00:05:28: Wie balsam verbreitete sich der Duft, der Tonkerbohnen im ganzen Raum und schon verspürte auch Beno den Wunsch die Milch zu probieren.
00:05:39: Noch bevor er an ihr genippt hatte, trug ihr Geruch sämtliche Sorgen davon.
00:05:45: Alle Muskeln und alle Gedanken entspannten sich gemeinsam.
00:05:50: Wilma & Helmi geht es gut!
00:05:52: sagte Leonore mit warmer und fester Stimme.
00:05:56: Ihre Familie nippte weiter bedächtig an ihrer Milch, sie sitzen im Zug nach Lomelunda und werden wie vereinbart die Molanders treffen.
00:06:06: Anis-und Benus Züge klarten allmählich auf Sie nickten!
00:06:10: Sie fühlten sich wohler, sie entkampften ihre Schultern und ihre Stirn und fanden zu einem gelösteren Ausdruck zurück.
00:06:19: Die beiden haben sich gerade von unterwegs gemeldet und werden Stockholm morgen planmäßig erreichen.
00:06:25: Das ist wunderbar zu wissen, gut dass sie dich angerufen haben, freute sich Annie und nahm einen weiteren Schluck der magischen Milch.
00:06:34: Ich habe es dir doch gesagt auf unsere Tochter ist Verlass.
00:06:37: Mit diesen Worten ließ sich Beno in die Polster sinken.
00:06:42: Mutter warum kommst du eigentlich nicht mit uns nach Gotland?
00:06:45: schlug Annie vor.
00:06:47: Vollkommene Entspannung durchflutete ihren Körper und irgendwo in ihr Wuchs der Wunsch, ihre Mutter mit vor Ort zu wissen.
00:06:57: Es wird dir gefallen – und Platz ist in dem Ferienhaus genug!
00:07:01: Genau unterstützte sie Beno.
00:07:04: Kommt mit uns nach Schweden-Leonore.
00:07:06: Da können wir auch besser auf dich
00:07:07: aufpassen.".
00:07:08: Er lachte und wies mit einem Augenzwinkern auf ihr kaputtes Knie.
00:07:13: Oma und Tinos sahen einander an zwingerten und nickten sich zu.
00:07:18: Deal kam es wie aus einer Pistole geschossen, ein High-Five besiegelte die neue Urlaubsplanung.
00:07:26: Leonore lächelte und setzte sich wieder in ihren Sessel.
00:07:30: Sie nahm ihren Enkel samt seiner Milch auf den Schoß und Wilmers Mahlbuch erneut zur Hand.
00:07:38: Noch einmal schlug sie die Seite auf, auf der beide gewesen waren als ihre Tochter den beängstigenden Anruf des Zugpersonals entgegengenommen hatte.
00:07:48: Still blickten Oma und Enkel auf das Blattpapier.
00:07:53: Was Sie sahen war ein großer Schweigefinger, der jedem dieser Seite Aufschlug gebot, ein Geheimnis zu bewahren.
00:08:04: In schwungvoller Handschrift war dort geschrieben Wilma und Helmi geht es gut.
00:08:09: Sie sind in der Tiefsee, sie werden gebraucht.
00:08:13: Hochachtungsvoll Lila Molanda.