HörGut | Wolkensein, Tiefseemein, Erdendein

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Transkript

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00:00:00: Kapitel XIV.

00:00:03: Kalles Atem ging schneller und wurde kürzer.

00:00:06: Sein Herz nahm einen flinkeren Takt auf, ein Unruhegeist.

00:00:13: Irgendwie klang das witzig, irgendwie aber auch unwirklich!

00:00:19: Pilus Anwesenheit beunruhigte ihn tatsächlich.

00:00:23: Auch wenn er im vergangenen Sommer in Wolkenheim gewesen war, auch wenn er viele surreale Dinge erlebt hatte mit Woldlingen gesprochen und gegen eine Hexel kämpft – erschien ihm dieses rötlich grau verblubberte Reich, indem er sich nun befand kaum glaubhaft.

00:00:43: Steckte er hier in einer seiner Fantasien fest?

00:00:48: War der Gehörgang nur einem Traum entsprungen, während er in Wirklichkeit daheim in seinem Piratenbett schlief?

00:00:59: Still schwebte der Unruhegeist vor ihm und schien ihn zu fixieren.

00:01:05: Wo ist eigentlich vorn und hinten bei dir?

00:01:07: fragte Kalle um sich selbst etwas abzulenken.

00:01:11: Reden machte die Dinge in der Regel besser Ausgesprochen wurden sie real und brachten Geschichten voran.

00:01:19: Stille führte nicht selten in Stillstand.

00:01:23: Zumindest sah das seine Mutter so, im vergangenen Jahr war sie nicht müde geworden ihn immer wieder zu bitten auszusprechen was ihnen beschäftigte und was er sich so fragte.

00:01:34: auch jetzt in diesem moment spürte er instinktiv dass reden half und seine angst vertrieb.

00:01:43: hast du noch nie einen unruhe geist gesehen?

00:01:45: wollte pilou wissen?

00:01:47: wenn dich meine augen anschauen Dann wird's nur schlimmer, warnte er.

00:01:53: Was wird schlimmer?

00:01:55: Wollte Kalle wissen.

00:01:56: Na deine Unruhe!

00:01:58: Was sonst?

00:01:59: Kalle verstand noch nicht ganz.

00:02:02: Was bist du ein eine Art Spiegel meiner Seele?

00:02:06: Statt einer Antwort ergriff das Wesen den wallenden lichthellen Stoff um ihn herum an seinem Saum Krämpelte ihn von unten nach oben und lüftete so eine Art Ganzkörperkapuze oder einen Schleier, und enthüllte ein leuchtend weißes Gesicht sowie zwei schwarze durchdringende Augen.

00:02:30: Komplett schwarz keine Popillen tief und unergründlich.

00:02:35: Kalle schnappte augenblicklich nach Luft.

00:02:37: er spürte Panik Beklemmung Angst.

00:02:41: Alle Logik war aus ihm gewichen und er wusste nicht, wohin mit sich.

00:02:46: Wo war er hier?

00:02:47: War das der Tod?

00:02:48: Bewegte er sich in eine Art Zwischenwelt?

00:02:52: Er jabs danach Luft und bekam sie nicht.

00:02:54: Schweiß zeigte sich auf seiner Stirn.

00:02:57: Pilou schob den Stoff nun wieder über sich hinweg Und im selben Moment begann Kalle sehr viel ruhiger zu atmen.

00:03:07: Wie wie wie machst du dass fragte er zwischen zwei sehr schweren Atemzügen.

00:03:14: Ich bin ein Unruhegeist, wiederholte Pellou.

00:03:17: nun zum dritten Mal!

00:03:19: Ich bin die Unruher in Gestalt, schau ich dich an dann schaust du dir deine Unruhr an quasi direkt ins Epizentrum.

00:03:27: Macht niemand gern?

00:03:29: Macht

00:03:30: Beben?!

00:03:32: So hatte Kalle das noch gar nicht betrachtet aber es stimmte – Die wenigsten beschäftigten sich gerne mit dem was sie beunruhigte.

00:03:42: Erwachsene räumten zwar ein, wenn etwas nicht in Ordnung war, winkten dann aber ab und beruhigten sich selbst mit einem.

00:03:49: Das wird schon wieder!

00:03:51: Dass jemand auf seine Unruhe zuging und sie inspizierte – das passierte selten.

00:03:58: Allein diese kleine Einsicht in seiner Gefühlswelt ließ Kalles Atem regelmäßiger werden.

00:04:05: Der Schweiß trocknete, sein Herz schlug entspannter, seine Gedanken wurden klarer.

00:04:11: Und warum begegnen wir uns hier?

00:04:14: erkundigte sich der Junge.

00:04:16: Weil du das offenbar so wolltest, entgegnete Pilu.

00:04:20: Kalle stöhnte dieses Ding Sprach in Rätseln Ich wollte dich hier treffen!

00:04:26: Wir kennen uns doch gar nicht Bewusst nicht Nein, räumte das kleine Gespenst mit warmer männlicher Stimme ein.

00:04:34: Unter seiner Kapuze klang es nun wieder etwas dumpf Aber unbewusst wolltest Du mich hier haben Sonst würdest du mich jetzt nicht sehen.

00:04:45: Kalle versuchte Pelebus Worten zu folgen und fragte sich darüber hinaus, wozu Unruhe eigentlich gut war.

00:04:52: Er erinnerte sich an etwas das seine Geschichtslehrerin gesagt hatte Angst und Unruh gehörten seit jeher zum Mensch sein.

00:05:01: Ohne Angst hätten Menschen vermutlich nie gelernt vor Gefahren zu fliehen.

00:05:05: Angst war überlebenswichtig.

00:05:10: Hatte er Kalle sich etwa auch geflüchtet, vor seiner Angst zu ertrinken?

00:05:16: Sollte dieser Unruhegeist ihn daran erinnern dass hier etwas nicht stimmte und hatte die Luft so bitter und falsch geschmeckt weil er hier gar nichts sein sollte?

00:05:30: Nachdenklich sah Pilou an.

00:05:33: Seltsam war das!

00:05:35: Er schwebte Mutter Seelen allein in dieser undefinierbaren scheinbar unendlichen Bubble einer rot-grauen Welt und unterhielt sich mit einem Unruhegeist.

00:05:48: Gibt's noch mehr von deiner Sorte, fragte er Pilu?

00:05:52: Allerdings erwiederte das weiße Wesen nicht ohne Stolz!

00:05:56: Jeder von euch hat seine Unruhegeister Und ein Chef irrlicht.

00:06:02: Ich bin Deins, erklärte Pilu.

00:06:05: Wir sind nur nicht sehr beliebt und wir werden gern ignoriert.

00:06:09: Eigentlich machen wir Euch oft ne Riesenschau.

00:06:12: Wir springen euch hier ins Gesicht, funkeln euch dort an.

00:06:15: Wedeln, wuseln, winken was das Zeug hält.

00:06:18: aber ihr?

00:06:19: Wendet euch ab!

00:06:20: Mit uns wollt ihr fast alle nichts zu tun haben.

00:06:25: Obwohl er keine Augen hatte sah Pilu nun etwas traurig aus und fast tat der Kalle Leid.

00:06:32: vielleicht hatte er Pilu wirklich unbewusst mit hier hergenommen also in seine Fantasie um sich daran zu erinnern, dass er sich seiner Angst stellen musste.

00:06:44: Während er tatsächlich vor ihr geflüchtet war!

00:06:47: Es klang merkwürdig fantasiert, schien aber eine mögliche Erklärung zu sein und mit diesem Gedanken erlosch alles Licht um Kalle herum.

00:06:59: auch Pilu ging irgendwie aus.

00:07:04: es wurde Stockfinster Und erneut brauchte der Blondchopf einen Moment, um seine Augen an die Dunkelheit zu gewöhnen.

00:07:13: Diesmal aber behielte sie offen und fühlte keinen Krampf in seinen Händen.

00:07:18: Vielmehr hing er weiterhin in einer Art Schwebe und begann erste Schemen zu erkennen.

00:07:26: Hier und da zirkulierte ein Lichtstrahl und über ihm wurden Schatten sichtbar, die sich bewegten!

00:07:33: Unter ihm war es schwarz, gähnende Tiefe von der sich nichts sagen ließ wo sie endete.

00:07:40: Er fühlte dass er nicht mehr allein war denn irgendetwas direkt neben ihm strahlte Körperwärme ab.

00:07:50: Pilu blieb verschwunden und mit ihm kalles Angst.

00:07:57: Es gab auch keinen Grund für Sie Denn schon zeichneten sich in der Dunkelheit zwei ihm allzu vertraute Grüne halb Monate ab.