HörGut | Wolkensein, Tiefseemein, Erdendein

HörGut | Wolkensein, Tiefseemein, Erdendein

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00:00:00: Kapitel elf.

00:00:02: Kalle knifft seine Augen zu, krampfte seine Hände zu Fäusten, hielt seinen Mund geschlossen und strampelte wie von der Tarantel gestochen gegen das an was ihn unter der Oberfläche hielt.

00:00:14: Er wusste dass es da oben wo er hin wollte auch keine Luft in diesem Ohrboten gab aber sein Lebenserhaltungstrieb agierte nicht besonders rational.

00:00:22: Jede Faser seiner Nerven schien gespannt Schoss durch seine Adern.

00:00:27: sein Herz pulsierte in tiefen, aber rasanten Pauken schlägen.

00:00:32: Sein Kopf schien zu platzen.

00:00:35: Alles in ihm währte sich gegen die Vorstellung hier und jetzt zu sterben!

00:00:41: Er versuchte seine Muskeln gegen den bevorstehenden Tod zu spannen – und Kurios war, seine Taktik schien aufzugehen.

00:00:52: Erstaunlicherweise war er immer noch am Leben.

00:00:56: Sekundenlang hatte kein Atemzug seine Lungen durchquert, aber sein Bewusstsein war immer noch da.

00:01:04: Allein dass er sich mit dieser Tatsache auseinandersetzen konnte, war lebendiger Beweis genug!

00:01:11: Wie lange dauerte es wohl bis man ertrank?

00:01:14: War das ein Kampf von Minuten?

00:01:18: würde man erst ohnmächtig und bekam dann den schlimmen Teil nicht mehr mit?

00:01:24: Kalle versuchte sich zu entspannen.

00:01:26: Er fühlte sich... leicht in der Schwebe.

00:01:30: Ja, fast schwerelos und aus irgendeinem Grund war ihm weder nass noch kalt zumute.

00:01:40: aber wie konnte das sein?

00:01:42: Hatte nicht eben noch seine Hose zentner schwer an ihm geklebt und gezogen?

00:01:49: Woher nun diese Leichtigkeit?

00:01:54: Er hätte sich seine Fragen ganz einfach beantworten nachsehen können, doch das bedeutete auch dem Tod ins Auge zu blicken.

00:02:06: Solange er seine Augen geschlossen hielt, musste er sich der Wahrheit nicht stellen und konnte sich einreden – dass er träumte!

00:02:16: Erbiss seine Zähne zusammen, spannte sich noch stärker gegen das Unvermeidliche, fühlte seine Adern unter seiner Haut nach außen drängen auf seiner rechten Schulter.

00:02:33: Kalle nahm seine linke Faust und wischte sich über die Stelle an der er berührt worden war, gerade so als wolle er einen Jucken beruhigen.

00:02:43: Dann spürte er das Tippen erneut.

00:02:46: Was war das?

00:02:47: Vielleicht ein Zeichen dass man starb oder vorher verrückt wurde?

00:02:53: begann der Körper zunächst zu kribbeln?

00:02:57: Waren das nur Luke und Throg, die ihm bedeuten wollten, dass sie an der Himmelspforte standen?

00:03:04: Wie reagierten die beiden eigentlich auf Wasser?

00:03:07: Staben Sie mit ihm?

00:03:09: Wenn er starb?

00:03:11: Konnten Ohrboten überhaupt sterben.

00:03:13: Und warum antworteten sie nicht in seinen Gedanken?

00:03:17: Waren sie schon

00:03:18: tot?!

00:03:19: Panik schoss durch Kalle's Kopf und mit ihr verlor der Junge ein Stück seines Mutes, der ihn bisher noch am Leben gehalten hatte!

00:03:28: Ein drittes Mal tippte ihm irgendetwas Kleines auf die Schulter und nun schon sehr viel energischer.

00:03:36: Er wog seine Chancen ab, bewertete das Für-und-Wieder seiner Augen zu öffnen und entschied dass er nicht ewig blind im Reich der Toten unterwegs sein wollte.

00:03:48: Parallel zu seiner Angst wuchs nämlich auch seine Neugier Wie würde ein Leben nach dem Tod wohl aussehen?

00:03:58: Er schnaufte verächtlich.

00:04:00: was für ein Ding der Unmöglichkeit Leben nach dem Tod.

00:04:05: Kalle kannte jene Erzählungen von einem weißen Licht und einer weit entfernten Tür in Richtung Jenseits, aber hier um ihn herum schien alles eher dunkel zu sein.

00:04:19: Jedenfalls meinte er das, dass hinter seinen geschlossenen Liedern erahnen zu können.

00:04:24: Los jetzt!

00:04:25: Schalter sich!

00:04:26: Mach deine Augen auf!

00:04:28: Was soll schon passieren?

00:04:30: Schlimmer als der Tod kann es schließlich nicht sein.

00:04:34: Noch immer schlug ihm seinen Herz bis zum Hals, aber Arme und Beine hatten sich inzwischen beruhigt.

00:04:40: Er zwang sich, sein linkes Auge einen Millimeter weit aufzumachen!

00:04:47: Und er sah...hä?

00:04:50: Was sah denn da?

00:04:53: ein schwieriges Bild, das man eben sah wenn man sehr lang Druck auf seine Augen ausgeübt

00:04:59: hatte?!

00:05:00: und sie nun einen Feigenspalt öffnete.

00:05:05: Er räumte seiner Sicht einen weiteren Millimeter ein, und er kannte das alles in rotgräuliches Licht getaucht war – und dass so etwas wie Spotlights um ihn herum geisterten!

00:05:21: Seine Füße fühlten sich frei an.

00:05:25: Frei?

00:05:25: In der

00:05:26: Luft?!

00:05:27: Nein!

00:05:28: Das konnte nicht sein.

00:05:29: Unter Wasser gab es ja keine Luft, also wo zum Teufel war er hier gelandet?

00:05:35: In rot-grauem Wasser das nicht nass war, nicht kalt war und seiner Umgebung die Schwerkraft nahm.

00:05:45: Plötzlich sickerte ihm eine weitere Erkenntnis siedend heiß in den Glieder.

00:05:52: Er war gemeinsam mit seinem Großvater ertrunken.

00:05:56: Lebt der noch?

00:05:58: Hatte er ihm auf die Schulter getippt?

00:06:01: Ganz, ganz leise, Drang Hoffnung durchkalle und erfand den Mut seine Augen vollständig zu öffnen.

00:06:10: Er hing in einer Masse, die weder flüssig noch fest war – und er sank nicht!

00:06:17: Vielmehr schwebte er tatsächlich.

00:06:21: Wie hoch oder wie tief konnte er nicht

00:06:23: sagen?!

00:06:24: Wieder nach oben, noch nach unten.

00:06:27: Noch nach den Seiten war irgendein Ende auszumachen.

00:06:31: Seinen Körper hingegen konnte er sehr gut sehen.

00:06:35: Sämtliche Kleidung und seine blonden Locken wirkten schwerelos wie er selbst.

00:06:43: In dieser merkwürdigen Masse trieben sie um seinen Körper herum machten jede seiner Bewegungen verlangsamt mit, so als wäre da irgendein Widerstand den Kalle nicht sah.

00:06:57: Als wäre das was Kalle umgab doch Wasser aber eben keines dass er nass auf seine Haut führte.

00:07:06: viel mehr erkannte er in diesem rot grauen irgendwas hauchzarte kleine weiße Bläschen Aber tausende Bläschen, aber Millionen Milliarden gar.

00:07:20: Sie woben einen unendlichen Vorhang aus Luft durch fuels Kalle.

00:07:28: Wo Bläschien waren, da musste auch Luft sein, kombinierte der Junge.

00:07:32: War das der Grund warum er immer noch am Leben war?

00:07:36: Wurde er über seine Poren versorgt?

00:07:40: Für einen Moment wundert er sich über seine Geistesgegenwart in dieser doch sehr lebensbedrohlichen Situation.

00:07:47: Allerdings hatte er im letzten Sommer gelernt, selbst in größter Gefahr mit Besonnenheit und Stärke zu reagieren.

00:07:57: Auch jetzt erschien es ihm nicht verkehrt ruhig zu bleiben – so entschied Kalle seine Umgebung auf Sauerstoff zu testen!

00:08:07: ihm blieb gar nichts anderes übrig, denn allmählich wurde ihm schwindelig.

00:08:12: Er gestattete seine Mund den gleichen schmalen Schlitz der zuvor seine Augen geöffnet hatte und sah zu wie die Bläschen in ihm verschwanden.

00:08:25: sie schmeckten bitter irgendwie schwer verdaulich.

00:08:29: es war nicht ganz leicht sie zu schlucken aber dieses Zeug führte ihm tatsächlich Sauerstoff zu.

00:08:38: Gierich nahm er einen deutlich größeren Zug und begann zu husten.

00:08:43: Irgendwas war nicht ganz kompatibel, so als wenn er Luft atmete die nicht für ihn bestimmt war.

00:08:54: Entschuldigung, motzte eine generfte Stimme neben ihm gedehnt.

00:09:00: Haben wir es dann jetzt?

00:09:02: Nervös zuckte Kalles Kopf nach rechts und blickte dem entgegen, was ihm wohl auch auf die Schulter gestupst hatte.

00:09:10: Ein weiß-graues – und letztlich doch durchsichtiges Wesen das Unruhig wie eine kleine Quale oder ein etwa zehn Zentimeter großes Gespenst vor seinem Gesicht hing und ihn ohne Augen anstarnte.

00:09:27: Dich habe ich hier noch nie gesehen!

00:09:29: Wer bist denn du?

00:09:33: stotterte der zwölfjährige und suchte noch immer nach Augen, an denen er sich orientieren konnte.

00:09:39: Und du bist?

00:09:40: Pilu!

00:09:42: kam es wenig beeindruckt aus dem schwebenden etwas hervor.

00:09:46: Und was machst Du hier?

00:09:49: Ja dasselbe könnte ich Dich auch fragen entgegnete Kalle.

00:09:52: Ich war aber schneller, triumphierte das Ding.

00:09:55: Also Tja überlegte Kalle Wenn ich wüsste was die Antwort darauf ist... reingestrudelt.

00:10:05: Jetzt du!

00:10:07: Ich wohne hier, sagte Pilu und zuckte mit dem was sich Kalla als Schultern vorstellte also nicht genau an dieser Stelle aber hier eben.

00:10:18: wo ist denn hier wollte Kalle wissen?

00:10:21: Du weißt nicht wo du bist?

00:10:24: Also allmählich ging ihm das Teil auf die Nerven.

00:10:26: doch ich wollte nur eine blöde Frage stellen weil du nicht hier gerade so abhängen und nichts besseres zu tun haben.

00:10:33: Kalle versuchte es mit Zynismus, den Pilu allerdings nicht erkannte und deshalb erwiderte ... Ach so.

00:10:40: Na dann ist ja gut!

00:10:43: Mehr wollte er dazu nicht sagen.

00:10:46: Die beiden schwiegen sich an und fokussierten einander.

00:10:50: Das durfte doch jetzt nicht sein Ernstsein ereiferte sich Kalle.

00:10:55: Pilu hatte tatsächlich keine weitere Antwort für ihn?

00:11:00: Der Junge fasste sich nervös hinter die Ohren und seinen Herz ließ einen Schlag aus.

00:11:07: Weg!

00:11:08: Sie waren weg, Luke und Hug waren nicht wo sie hätten sein sollen.

00:11:13: Hatte er sie verloren?

00:11:15: War das überhaupt möglich?

00:11:16: Konnte man seine Ohrboten verlieren?

00:11:21: Erneut stieg Panik in ihm auf die Pilu zwar zu beobachten schien aber seinerseits nicht kommentieren wollte.

00:11:30: Was bist du eigentlich?

00:11:33: erkundigte sich Kalle.

00:11:35: Was bist du denn, pammte Pilu zurück?

00:11:39: Ich war schneller, sagte Kalle Trocken.

00:11:42: Das Ding stieß genervt ein paar Bläschen aus, blähte so sein quallenähnliches Gewand und sah ihn herausfordernd an.

00:11:53: Ich bin ein Unruhegeist.

00:11:55: Guck mal fix in deine Seele!

00:11:57: Ich glaub da findest Du

00:11:58: mich.".